Verantwortlichkeiten bei der Führung von Decklisten (Deckregister), Deckschein, Abfohlmeldung, Stallbuch

Besondere Bestimmung des Vorstandes

 

 

Nr. 12 – 04 / 03

 

 

 

 

Verantwortlichkeiten bei der Führung von Decklisten (Deckregister), Deckschein, Abfohlmeldung, Stallbuch

 

 

 

I. Deckschein/Deckliste (Deckregister)

 

(1)  Nach Zahlung des Beitrages wird für jede eingetragene Stute an ihren Besitzer von der Verbandsgeschäftsstelle ein Deckschein mit doppelter Durchschrift verschickt, in dem Name und Anschrift des Besitzers sowie Grunddaten der Stute eingetragen sind.

 

Vor der Bedeckung ist der Deckschein an den Hengsthalter zu übergeben. Der Deckschein wird nach erfolgtem Deckakt vom Hengsthalter vollständig ausgefüllt und mit der Unterschrift versehen. Der Deckschein muß mindestens enthalten:

 

 – Nummer der Deckstelle

 

 – Name und Nummer der Stute

 

 – Name und Nummer des Hengstes

 

 – sämtliche Deckdaten

 

 – ggf. Datum und Ergebnis der Trächtigkeitsuntersuchung

 

 – Name und Anschrift des Stutenbesitzers

 

 – Unterschrift des Hengsthalters bzw. seines Vertreters

 

(2)  Der Besitzer der gedeckten Stute erhält die beiden Durchschriften des Deckscheines vom Hengsthalter. Eine Durchschrift wird bis zur Abfohlung als Deckbescheinigung aufbewahrt. Diese Verpflichtung muß beim Verkauf der Stute der Käufer übernehmen. Eine weitere Durchschrift dient als Deckgeldquittung.

 

(3)  Das Original des Deckscheines wird vom Hengsthalter gesammelt und nach Abschluß der Decksaison an die Verbandsgeschäftsstelle gesandt.

 

(4)  Ein Blankodeckschein darf grundsätzlich nur bei Stuten verwendet werden, die zum Zeitpunkt der Bedeckung noch nicht eingetragen sind.

 

(5)  Der Hengsthalter ist verpflichtet, eine Deckliste (Deckregister) zu führen. Die entsprechenden Formblätter werden ihm von der Verbandsgeschäftsstelle nach Entrichtung des Jahresbeitrages für den entsprechenden Hengst zugesandt und sind ordnungsgemäß ausgefüllt zum 30.09. eines Jahres an die Verbandsgeschäftsstelle zurückzusenden. Die geforderten Angaben im Deckschein und Deckregister müssen identisch sein.

 

 

 

II. Abfohlmeldung

 

(1)  Die Meldung einer Abfohlung nach dem 15. 04. des lfd. Jahres muß innerhalb von 10 Tagen (Posteingangsdatum) nach der Fohlengeburt vom Besitzer unter Angabe von Geburtsdatum, Geschlecht, und Grundfarbe bei der Geschäftsstelle des Verbandes, unter Einsendung des Deckblattes der Abfohlmeldung angezeigt werden. Wird diese Frist nicht eingehalten, kann durch die Verbandsgeschäftsstelle eine Abstammungsüberprüfung per Genomanalyse zu Lasten des Fohlenbesitzers veranlasst werden.

   Ein Formular für eine Abfohlmeldung incl. Durchschriften erhält jeder Besitzer einer beim VPZ/M-V
   eingetragenen Zuchtstute nach Entrichtung des Jahresbeitrages.

 

(2)  Auch bei totgeborenen Fohlen bzw. Fohlen die kurz nach der Geburt verendet sind, ist eine Abfohlmeldung an die Verbandsgeschäftsstelle erforderlich.

 

(3)  Das Formular der Abfohlmeldung muß mindestens enthalten:

 

  a) Name und Nummer der Mutter und des Vaters

 

  b) Name und Anschrift des Züchters und Besitzers des Fohlens

 

  c) Nummer der Deckstelle

 

  d) Geburtsdatum und Geschlecht des Fohlens

 

  e) Farbe und Abzeichen des Fohlens

 

  f) Angaben über Totgeburt oder Verendung des Fohlens kurz nach der Geburt

 

  g) Unterschrift des Stuteneigentümers und des Deckstationsvorstehers, Beauftragten des Verbandes bzw. Hengsthalters

 

 

 

 

 

(4)  Die Geschäftsstelle des Verbandes bestätigt den Eingang der Abfohlmeldung bei lebend geborenen Fohlen durch die Übersendung des Abstammungsnachweises bzw. der Geburtsbescheinigung nach erfolgter Identifizierung und Vergabe des Fohlen- und /bzw. Nummernbrandes durch den Zuchtleiter oder dessen Beauftragten..

 

 

 

 

III. Stallbuch

 

Jeder Besitzer führt für die Pferde seines Bestandes ein Stallbuch. Als Stallbuch gelten die beim Besitzer verbleibenden Durchschriften der Deckscheine und Abfohlmeldungen. Darin sind alle wesentlichen Angaben zum betreffenden Pferd (Name, Lebensnummer, Farbe, Abzeichen, Abstammung, Bedeckungen und Abfohlungen usw.) laufend durch den berechtigten Personenkreis einzutragen.

 

Jedes Mitglied des VPZ/M-V ist daher verpflichtet, dem Zuchtleiter oder seinen Beauftragten o.g. Stallbuchunterlagen und Zuchtbescheinigungen auf Verlangen zur Einsichtnahme, Überprüfung und Bearbeitung vorzulegen bzw. auszuhändigen.

 

Die Stallbuchunterlagen müssen hinsichtlich ihrer Angaben mit der Zuchtbescheinigung und den Zuchtbucheintragungen der Verbandsgeschäftsstelle übereinstimmen.

 

 

 

 

IV. Verantwortlichkeiten und Pflichten bei der Zuchtbuchführung

 

(1)  Die Zuchtbuchführung erfolgt durch den Züchter sowie durch den für die Zuchtarbeit Verantwortlichen (Zuchtleiter), der sich hierzu der Verbandsgeschäftsstelle und einer Einrichtung für Datenverarbeitung bedient.

 

(2)  Der Züchter ist verantwortlich für die Richtigkeit der Angaben auf dem Deckschein, der Abfohlmeldung, dem Stallbuch sowie auf weiteren Bescheinigungen, die er auszufüllen, einzureichen bzw. aufzubewahren hat. Er hat auch alle Zuchtbuchunterlagen und Formblätter einschließlich der Abstammungsnachweise, die ihm mit Eintragungen vom Verband zugeschickt werden, auf Richtigkeit der Angaben zu überprüfen. Alle Fehler sind dem Verband unverzüglich zur Korrektur mitzuteilen. Eine Korrektur durch den Züchter selbst ist nicht statthaft. Bei Korrekturen muß die Verbandsgeschäftsstelle einen entsprechenden Vermerk anbringen.

 

(1)  Der Hengsthalter ist für eine ordnungsgemäße Durchführung der Bedeckungen/Besamungen und deren Registrierung gegenüber dem Verband verantwortlich. Er hat insbesondere folgende Pflichten zu erfüllen:

 

 – das Ausfüllen und Unterzeichnen der Deckscheine durch den Hengsthalter bzw. dessen Vertreter (Damit wird die Richtigkeit der Angaben bestätigt)

 

 – die Führung einer Deck-/ Besamungsliste

 

 – Einreichen der Deckliste sowie das Originalblatt jedes ausgefüllten Deckscheines bei der Geschäftsstelle des Verbandes bis zum 30.09. eines jeden Jahres

 

 – die Einhaltung der vom VPZ/M-V festgelegten Begrenzungen des Einsatzes von Hengsten (Der Verband kann verlangen, daß Hengsthalter und Stutenbesitzer die zuchtbuchrechtlichen Folgen einer Überschreitung schriftlich anerkennen.)

 

 – Bei Einsatz eines Hengstes in der Besamung verpflichtet sich der Hengsthalter in einem Vertrag, die hierfür geltenden Bestimmungen des Verbandes zur Durchführung seines Zuchtprogramms anzuerkennen.

 

 – dem Verband auf Verlangen, die zur Durchführung seiner Aufgaben erforderliche Auskunft zu erteilen und Einblick in die Zuchtunterlagen zu gewähren.

 

 – jeden Besitz- oder Standortwechsel sowie Verlust eines Hengstes der Verbandsgeschäftsstelle umgehend mitzuteilen

 

 – die Veröffentlichung von zuchtrelevanten Daten aller Hengste zu dulden, die in seinem Besitz stehen oder standen.

 

(4)  Der Zuchtleiter ist in erster Linie für die Richtigkeit der Zuchtbucheintragungen, für die Ausstellung der Zuchtbescheinigungen sowie für die zentrale Zuchtbuchführung verantwortlich.

 

(5)  In der Verantwortung des Stutenbesitzers liegt es, sich über den Eintragungsstatus der Hengste sowie über die gemäß der im jeweiligen Zuchtprogramm einer Rasse unter Zuchtmethode aufgeführten zugelassenen Verpaarungsmöglichkeiten zu informieren.

 

Güstrow, 7.4.03 – Der Vorstand –