Alfred Lüth, Gestütswärter i.R., im Alter von 65 Jahren gestorben

Wir erhielten die traurige Nachricht, dass der langjährige Gestütswärter des Landgestüts Redefin, Alfred Lüth aus Janow, im Alter von 65 Jahren gestorben ist. Um seine Gesundheit war es zwar nicht mehr zum Besten bestellt, „aber eigentlich ging es ihm nach seiner deutlichen Gewichtsreduzierung ganz gut“, sagt sein Sohn Christoph. Am Sonntag den 25. Oktober ereilte ihn ganz plötzlich ein Herzinfarkt an dem er verstarb.

Den Pferdezüchtern ist er sehr vertraut. Besucher der Hengstparaden früherer Jahre kennen ihn noch als Fahrer von Mehrspännern in den verschiedenen Quadrillenformationen und als tollkühnen Lenker eines Römerwagend.

Aus Schönberg stammend, begann Alfred Lüth 1972 eine Lehre zum Facharbeiter für Pferdezucht im Landgestüt Redefin. Anschließend führte ihn der Berufsweg zunächst einige Jahre zur damals bedeutenden Deckstation Güstrow, wo er den unvergessenen Ernst Specht unterstützte und das Rüstzeug für züchterische Aufgaben bekam. Der legendäre Englische Vollblüter Modus xx, der viele talentierte Reitpferde zeugte, war dort stationiert und wirkte 17 Jahre in Güstrow. Bereits 1976 übernahm Alfred Lüth die Deckstation in Janow bei Anklam, die er bis in das Jahr 2012 sehr umsichtig und engagiert führte. Krankheitsbedingt musste er danach die Deckstellentätigkeit aufgeben.

Im Jahre 1980 heiratete er seine Ehefrau Sigrid, mit der er 40 Jahre gemeinsamen durchs Leben ging. Sohn Christoph, der jetzt 41 Jahre alt ist, hat die Liebe zu Pferden von seinem Vater geerbt und ebenfalls in Redefin die Pferdewirtlehre absolviert. Als Turnierreiter war er im Springen bis Klasse M erfolgreich und in Janow betrieben sie lange gemeinsam eine private Pferdezucht. Eine Zeitlang war Janow auch Außenstelle der Deck- und Besamungsstation Göhren-Lebbin, für die Alfred Lüth verantwortlich war.

Im Stall Lüth wurden neben Mecklenburger Reitpferde auch Ponys gezüchtet. 14 Mecklenburger und drei Deutsche Reitponys aus der Zucht von Alfred und Christoph Lüth sind oder waren bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung als Sportpferde eingetragen. Alfred Lüth selbst hatte bis zuletzt noch zwei Pferde im Stall. Seine Zuchtstute Lubaya (v. Lucian), die wieder tragend ist, und den 22 Jahre alten Ussusi xx Wallachg Unox, mit dem Sohn Christoph einige Jahre bis M-Springen erfolgreich war.

Alfred Lüth war 1990 Gründungsmitglied des ersten regionalen Mecklenburger Pferdezuchtvereins „Tollensetal e.V.“ und lange eines seiner aktivsten Mitglieder. Als Gestütswärter und Vorstandsmitglied hatte er entscheidenden Anteil an der Entwicklung der Pferdezucht in seiner vorpommerschen Heimatregion. Für seine Verdienste wurde ihm vom Verband der Pferdezüchter Mecklenburg-Vorpommern die Ehrennadel in Bronze verliehen. Unser Mitgefühl gilt in diesen schweren Stunden seiner Familie. (FW)

 

Foto: So kannten Besucher der Hengstparaden in Redefin Alfred Lüth bis in das Jahr 2012, nun ist er, viel zu früh, im Alter von 65 Jahren gestorben (Jutta Wego)