Landes-Elitestutenschau 2018 in Mühlengeez

Sieger-Schärpen für Daytona Beach und Peppina

Im Rahmen der „MeLa“, bundesweit einer der größten Fachausstellungen für Landwirtschaft und Ernährung, hatten am 14. September 2018 bei herrlichem Sommerwetter die vom Pferdezuchtverband Mecklenburg-Vorpommern ausgewählten 3- und 4-jährigen Stuten ihren großen Auftritt. Die Stuten wurden an der Hand vorgeführt und bewertet. Die Rangierung erfolgte unter Einbeziehung ihrer Endnoten bei der Zuchtbuchaufnahme und der absolvierten Leistungsprüfung. Insgesamt waren 84 Stuten im Katalog aufgeführt. Die Präsentation der von den Besitzern fein herausgeputzten Stuten fand wieder zeitgleich auf zwei Ringen statt.

 

     
Daytona Beach

Sieben „dressurbetonte“ Stuten dominierten bei der Mecklenburger Reitpferderasse

Wie schon in den letzten Jahren bildeten das Richtergremium der Mecklenburger Warmblutpferde Dieter Quaas und Uwe Witt sowie Hans-Heinrich Brüning, der als Gastrichter in bewährter Weise die Fachkommentare zu den einzelnen Pferden lieferte. Zur „Miss Mecklenburg“ wurde die auf dem Gut Hohen Luckow gezogene, schwarzbraune Daytona Beach v. Daily Deal a.d. Sonny v. Sancisco gekürt. Besitzerin dieser hoch eleganten Stute ist Katja Manski aus Güstrow. Von Nico Prange optimal in Szene gesetzt, präsentierte sich Daytona Beach mit viel Schub aus der Hinterhand und somit großen Aktionen im Trab. Aus der Reitpferde-Feldprüfung brachte sie die Wertnote 8,26 mit und aus der Stutbuch-Aufnahme eine 8,10. Ihre Mutter, die Staatsprämienstute Sonny, ist übrigens eine Vollschwester zu Sania, der Mutter des Marbacher Landbeschälers Durello v. Destano. Dieser Hengst war 2017 u.a. Mecklenburger Landeschampion der 4-jährigen Dressurpferde. Von den insgesamt sieben „dressurbetonten“ Stuten auf dem Brillantring (siehe Ergebnisliste) kam Feenlight SK v. Franziskus a.d. St.Pr.Stute Ricclight v. Riccley auf den 2. Platz. Diese im großen Rahmen stehende dunkelbraune Stute besitzt eine ideale Sattellage und viel Aufrichtung. Züchter und Besitzer ist Siegfried Kühn aus Gützkow. Der drittplatzierten Mecklenburger Stute Bavalou v. Belantis a.d. St.Pr.St. Serva vom Trakehner Shavalou wurde von H.-H. Brüning große Sportlichkeit prognostiziert. Die Fuchststute aus dem Gestüt Ganschow könnte in der Halsung etwas ausgeprägter sein, begeisterte aber mit dynamisch aus der Hinterhand getragenen Trabbewegungen. Die Stationsprüfung absolvierte sie mit der Endnote 8,68. Den nachfolgenden Platz nahm eine Tochter des Trakehner-Ausnahmehengstes Millenium ein. Jürgen Frahm aus Luckwitz ist Züchter und Besitzer von Malin a.d. Staatsprämienstute Weltdame v. Weltfriede, einer noblen Stute mit deutlicher Bergauf-Tendenz im Bewegungsablauf. Auch Fair Lady v. Fürstenball a.d. holländisch gezogenen Woukle D v. Rhodium (Züchter Jeacco u. Susanne van Pas, Warlitz / Besitzer Professor Dr. Arnim Braun, Heidelberg) sowie Fee Ferra v. Fidelior a.d. St.Pr.Stute Donnerfee v. D´Olympic begeisterten mit moderner Aufmachung, Charme und lockerem Bewegungsablauf. Last but not least gehörte auch eine weitere Millenium-Tochter zu den „Brillanten“ der Stutenschau. Eberhard Mahncke aus Gotthun hat die Rappstute aus der prämierten Delia v. D`Olympic gezogen, die mit Joy Dancer bereits einen dressurerfolgreichen Sohn vorweisen kann. Die edle Rappstute präsentierte sich ausgesprochen weiblich und charmant. Auch die „springbetont“ gezogenen Stuten von Vätern wie Arko Junior, Cellestial, Come and Fly, Cositino und D´Olympic brauchten sich bewegungstechnisch nicht zu verstecken und erhielten alle die Staatsprämie. Zwei Trakehner Stuten vom Gestüt Ganschow komplettierten den Ring der Warmblutpferde. Beide hatten Goldschmidt zum Vater. Gwendolin a.d. Glowina v. Dramatiker wurde an erster Stelle rangiert.

Reitponystute Peppina ist „Miss Mecklenburg“ der PKS-Rassen

Bei den Pony-, Kleinpferde- und Spezialrassen (PKS) gab es zehn Abteilungen. Die Deutschen Reitponys wurden auf demselben Ring wie die Mecklenburger Stuten von Hans-Heinrich Brüning, Dieter Quaas und Uwe Witt gerichtet. Aus dieser Gruppe von zehn angetretenen DR-Ponys kristallisierte sich auch die Gesamt-Siegerstute der der PKS-Rassen heraus. Peppina v. Sergeant Pepper a.d. Verbandsprämienstute Sontolina v. Scampolo verkörpert alles was die Reitponyzucht wünscht. Sie ist typharmonisch aufgemacht und verfügt über einen hervorragenden Trabablauf, der von den Richtern mit 9,5 bewertet wurde. Die Feld-Eigenleistungsprüfung absolvierte die Fuchsstute mit der Wertnote 8,53. Als Dreijährige ragt sie mit 1,46 m Stockmaß allerdings schon dicht an das Endmaß für Reitponys heran, was sicherlich mit ihrem Vater, dem Redefiner Landbeschäler Sergeant Pepper zu tun hat, dem großgewachsenen Oldenburger mit dem gewaltigen Springvermögen. Er ist bekanntlich in Mecklenburg-Vorpommern der Rekordhalter im Barriere-Springen. Den 2. Rang bei den DR-Ponys belegte Cleo-P v. Classic Dancer II a.d. St.Pr. Stute Dolly P v. Dance on Top aus der Zucht und dem Besitz von Ulrich Prehl, Putbus. Gastrichter und Moderator Brüning schwärmte: „Herrliche Typaussage, beste Sattellage, ausgeglichen, edel, hochmodern und charakterstark“. Judith Schaepe vom Klever Hof in Altkalen ist Züchterin und Besitzerin der drittpatzierten DR-Stute Collett v. Couscous a.d. Verbandsprämienstute Chadotte v. Centauro´s Golden Flashlight, die sich im herrlichen Typ und mit einem Supertrab präsentierte. Vierte auf dem Brillantring wurde Belle de jour v. Mel Brook a.d. Donna de Sol v. Top Dubidu aus der Zucht und dem Besitz von Holger Hahnel, Gützkow. Sie erhielt im Trab eine 9,0.

Peppina v. Sergeant Pepper

Shetlandponys, die stärkste Population mit 32 Stuten

Gerichtet von Jörg Kotenbeutel (Brandenburg), Jörg Hasselmann und Armin Spierling, ging Estel vom Haselbusch v. Sniederfehns Elasso a.d. Eline v.d. Molen v. Viggo v. Stal als Sieger der Mini-Shettys (Stockmaß unter 87 cm) hervor. Züchterin ist Andrea Otte aus Hohne. Diesem Rappschecken bescheinigte der Fremdrichter J.Kotenbeutel Typbrillanz und im Exterieur eine harmonische Dreiteilung sowie ein gutes Fundament. Auf den Brillantring durfte auch Meerhusens Heleen v. Vympel von der Ostsee a.d. Meerhusens Heja v. Obelix v. Hoeve aus der Zucht von Klaus Hagena und dem Besitz von Willi Scheuvens aus dem westfälischen Viersen. Dieser Stute wurde als hervorragender Typ mit weiblicher Charme und sehr guten Bewegungen bezeichnet. Die Deutschen Classic Ponys waren auf dem Brillantring von typvollen Josi von Krummesse v. Jackson a.d. Bonita von Krummesse v. Baron vertreten. Die 107 cm große Stute aus der Zucht von Dirk Lüth erhielt im Trab die Wertnote 9,0.

Den Gesamtsieg holte sich bei den Shetlandponys Xaria v. Ruhetal, abstammend vom Elitehengst Xente van´t heut a.d. Golden Girl v. Wim v.d. Geest. Gezogen wurde die Fuchstute von Andre Greif in Ruhetal und vorgestellt von ihrem Besitzer Andy Kunas aus Groß Voigtshagen. Sie besitzt ganz große Proportionen und das gewünschte Fundament. Die Stute zeichnete sich durch viel Ruhe im Schritt und im Trab aus. Reservesiegerin ist Zara v. Zack van het Kruuthus a.d. Ori II v. O´Neill vom Sidden, die sich in sportlicher Aufmachung präsentierte. (Z: Dr. Wilhelm Hanebeck, Zarrentin / B: Norbert Bucholz, Grapzow). Den 3. Rang belegte Nanette II v. Charlie a.d. Nelke v. Axel II, eine 93 cm große Rappstute mit viel Ausstrahlung und Bergauftendenz in der Bewegung. Über die Staatsprämie freuen sich der Züchter Marco Krüger aus Gülzow und der Besitzer Patrick Losch in Gotthun. Den Brillantring komplettierte bei den Shetlandponys Amy-Bambi II v. Ambitie van de Zandkamp a.d. Ariane v. Alfons, eine Stute mit hervorragenden Proportionen und belastbarem Fundament. Gezogen wurde sie von Elisabeth und Gisbert Koch in Setzin.

 

 

Von den Kleinen zu den Kräftigen

Nach den Shetlanponys bot der Ablauf auf Ring 1 in Mühlengeez ein wahres Kontrastprogramm. Es folgten die Kaliberpferde der in Mecklenburg-Vorpommern gepflegten Rasse „Rheinisch-Deutsches Kaltblut“. In dieser Abteilung siegte die prächtige Rappstute Alma P v. Arsenal a.d. Bianca v. Berti I. Die mit viel Kaliber und bester Oberlinie ausgestattete Stute bewegte sich mit viel Dynamik aus der Hinterhand. Gezogen wurde Alma P von Kathrin u. Eugen Pierstorff in Rühn. Auch die zweitplatzierte Kaltblutstute Annegret v. Adriano a.d. Anna v. Artuss aus der Zucht von Wolfgang Schmidt aus Mirow begeisterte den Kommentator: „So sollen sie aussehen die Kaltblüter, hervorragend Oberlinie, viel Gurtentiefe und Kraft.“ Über die Staatsprämie darf sich auch der Besitzer Heinz-Peter Möhring aus Wredenhagen freuen. Den dritten Platz in dieser Abteilung belegte die Schwarzwälder Kaltblutstute Monaliesa von Maicon a.d. Dolli v. Donnergroll. Wolfgang Zoch hat diese prächtige Stute mit dem langen weißen Behang in Nordwestuckermark gezogen. Hartmut Moede aus Menzlin ist der Besitzer. Mit dieser tollen Stute hätte er auch in St. Märgen (Hochschwarzwald) guten Chancen bei der traditionellen Stutenschau im Kernzuchtgebiet gehabt. Die Rassenvielfalt in Mecklenburg-Vorpommern reicht von Süddeutschland bis nach Norwegen. Zwei Vertreterinnen der dort beheimateten Fjordpferde wurden in Mühlengeez präsentiert. Es siegte die importierte Chegal Charei v. Cadeau a.d. Malu v. Hoijgaards Bacardi, die in hervorragender Dreiteilung aufgemacht ist. Stolze Besitzerin darf sich Jessica Dilling aus Grimmen nennen.

Zurückhaltung bei Haflinger, Lewitzer und Welsh-Ponys

Ungewohnt bescheiden fiel der Auftrieb der sonst bei der Landes-Stutenschau so reichlich vertretenen Haflinger aus. Nur drei Stuten wurden gezeigt, die alle aus der Zucht oder dem Besitz des Haflingergestüts Reimer kamen. Es siegte eine weit und sehr gut entwickelte, in Tirol geborene Tochter des Amerigo a.d. Madely v. Stainz. Mayluna beeindruckte durch ein großes Auge, beste Muskulatur und eine dynamische Hinterhand. Die ureigene mecklenburgische Ponyrasse der Lewitzer Schecken war nur durch eine Stute vertreten, die Anita Stang vom Jagdschloss Friedrichsmoor präsentierte. Allerdings war JF Rhaja v. Rheingold a.d. Mogena v. Mondprinz nicht sofort als Lewitzer zu erkennen, da sie wohl von ihrem Vater die Palomino-Farbe erbte. Diese Stute ist Staatsprämien-Anwärterin, da sie noch die Prüfung ablegen muss. Enorme Trabbewegungen zeigte die in Großbritannien geborene Welsh Ponystute (Sektion A) Glyncoch Unique v. Ty´R Capel Planed. Sie begeisterte die Richter zudem mit ihrem Charme und viel Weiblichkeit.

Ehrungen und Abschied auf Raten

Als beste Nachwuchszüchterin wurde Mareen Burmeister aus Wittenburg geehrt. Sie züchtet seit 1999 Shetlandponys und begann damals mit der 18-jährigen Staatsprämienstute Uschi v. Petty aus der Familie der Ulla v. Ayax sowie der 13-jährigen Bella v. Benny aus der Familie der Forelle. Aus nunmehr 18 Zuchtjahren stammen fünf Staatsprämienstuten, eine Verbandsprämienstute und der 2017 in Redefin gekörte Avanti v. Ambitie v.d. Zandkamp aus ihrer Zuchtstute Scully.

Auch die von Elisabeth und Gisbert Koch gepflegte Shetlandpony-Familie der Urtika fand eine besondere Würdigung durch Vertreter der MeLa und des Ministeriums für Landwirtschaft. Die 29-jährige Elitestute FILANDA v. St.Pr.Hengst Falke a.d. Elitestute Urtika v. Petty II (Züchter Jürgen Graß aus Oebisfelde, Besitzer Elisabeth und Gisbert Koch, Setzin) wurde mit Fohlen bei Fuß als „Bestes Muttertier – Pferd“ geehrt. Sie brachte in 22 Zuchtjahren 7 Hengstfohlen und 15 Stutfohlen. Aus ihrer Nachzucht stammen 6 Staatsprämienstuten und 8 weitere Prämienstuten. Ihre Urgroßmutter Uta v. Pascha erhielt übrigens 2001 diesen Titel. 

Abschied auf Raten nimmt derzeit der noch amtierende Geschäftsführer und Zuchtleiter Uwe Witt, der wenige Tage vor der Landestutenschau seinen 65. Geburtstag feierte und im Mai 2019 in den Ruhestand gehen möchte. Dieser Abschied wurde erstmals öffentlich im August anlässlich des Mecklenburger Fohlenchampionats in Groß Viegeln bekanntgegeben. In Mühlengeez überreichte Dr. Siegfried Hoffmann im Namen des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V, Dezernat Förderung und Tierzucht ein Abschiedsgeschenk an den noch amtierenden Zuchtleiter. Gleichzeitig wurde seine Nachfolgerin Karoline Gehring den anwesenden Züchtern vorgestellt. Die nächste Abschiedstour für Uwe Witt findet sicherlich anlässlich der 28. Mecklenburger Körtage statt, der nächsten großen Zuchtveranstaltung des Pferdezuchtverbandes Mecklenburg-Vorpommern.

                                                                                                                                                                                    V.T.

 

alle Ergebnisse in Kurzform hier: Ergebnisse LESS 2018