Dr. Manfred Köhler neuer Präsident im
Pferdezuchtverband
Der Verband der
Pferdezüchter Mecklenburg-Vorpommern e.V. (VPZ) hat eine neue Führung. Auf der
turnusmäßigen Wahlversammlung am 17. April in Güstrow wählten die 90 anwesenden
Delegierten von 96 möglichen Stimmen aus den territorialen Pferdezuchtvereinen
und Interessengemeinschaften den 61-jährigen Dr. Manfred Köhler aus Ranzow/Rügen
mit großer Mehrheit zu ihrem neuen Präsidenten. Dr. Köhler löst Jörg Weinhold
ab, der den Verband vier Jahre mit großem Erfolg führte, nun aber von diesem Amt
zurück trat. In seiner Amtszeit hat sich Redefin zu einem europaweit anerkannten
Körplatz entwickelt, dafür und für seine umsichtige Verbandsführung wurde ihm
ausdrücklich gedankt.
Dr. Köhler führt mit seinen Kindern an der nördlichsten
Spitze Rügens einen großen Rinder- und Pflanzenbaubetrieb und bewirtschaftet
darüber hinaus einen Biohof. Er ist zudem Vorsitzender des
Landeskontrollverbandes von MV. Schon immer an Pferden interessiert, kam er vor
allem durch seinen Sohn Lars, einem der besten Nachwuchsspringreiter von MV,
intensiver mit ihnen in Kontakt und züchtet auch auf hohem Niveau.
Die beiden
bisherigen Vizepräsidenten Dieter Quaas (für die Rasse Mecklenburger) und Lorenz
Rehse (für die Ponys, Kleinpferde und Spezialrassen) wurden in ihren Ämtern
bestätigt. Die zwei Beisitzerposten im Präsidium wurden hingegen ebenfalls neu
besetzt. Von fünf Wahlkandidaten setzten sich mit Patricia von Mirbach
(Kühlungsborn) die Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Reitponys und des
Pferdezuchtvereins Wismar/Neubukow und der besonders als Politiker bekannte
Hobbyzüchter Jörg Hasselmann aus Pelsin im Kreis Ostvorpommern durch. Sie lösten
Dr. Lothar Makowei (Gadebusch) und Gisbert Koch (Setzin) ab, die diese
Funktionen bisher inne hatten.

Das neugewählte
Präsidium:
v.l. Patricia von Mirbach, Jörg Hasselmann (Beigeordnete), Lorenz
Rehse und Dieter Quaas
(Vizepräsidenten),
rechts: Dr. Manfred Köhler (Präsident), Foto: Jutta Wego
Wie aus dem Rechenschaftsbericht des Präsidiums
hervorgeht, spürt der VPZ zwar auch die weltweite Rezession. Das züchterische
und finanzielle Ergebnis ist, von niedrigem Niveau ausgehend, aber nur
geringfügig zurückgegangen. Mit 2.700 zuchtaktiven Stuten aller 20 betreuten
Rassen, darunter 1.500 der Rasse Mecklenburger und 2.200 Verbandsmitgliedern,
bei solidem Finanzabschluss mit leichtem Überschuss, steht der Verband nach wie
vor auf festen Füßen. „Das Gerede von Abwanderung und Auflösungstendenzen ist
absolut falsch, die Zahlen sprechen eine andere Sprache“, sagte Zuchtleiter Uwe
Witt in seinem züchterischen Jahresbericht.
Die Pferdezuchtvertreter des
Ver-bandes brachten auf der Tagung auch ihr einmütiges Bekenntnis zum Landgestüt
Redefin zum Ausdruck. Minister Dr. Till Backhaus unterbrach eigens seinen Urlaub
um an der Versammlung teilzunehmen. Er warb um eine gute, fruchtbare
Zusammenarbeit des Verbandes mit dem Landgestüt und seinem Haus. Diese hatte es
schon in der Vergangenheit gegeben, könnte an der einen oder anderen Stelle zum
gegenseitigen Nutzen aber noch intensiver werden.
Die letzten Wochen vor der
Wahl brachten mit einer unverantwortlichen Fernsehsendung, in der der scheidende
Präsident Jörg Weinhold auf einen Satz reduziert wurde, der das Landgestüt
Redefin und zahlreiche Züchter im Land brüskierte, große Turbulenzen. Mit der
Wahl eines neuen Präsidiums wurden diese beigelegt und der Blick nach vorn
gerichtet. Die kommenden Aufgaben des Verbandes sind groß, ebenso die Er-wartungshaltung
der Züchter. Es gilt vor allem, die Vermarktung anzukurbeln. Denn wenn der
Züchter, gleich welcher Rasse, seine Zuchtprodukte nicht verkauft und den Stall
voll hat, wird er überlegen müssen, ob er seine Stute(n) wieder zum Hengst
bringt.
Auf jeden Fall hat die Delegiertenversammlung gezeigt, dass der
Verband der Pferdezüchter MV lebt, seine Mitglieder nach wie vor reges Interesse
an ihrem Verband und an der Pferdezucht haben und die 200-jährige züchterische
Tradition unter Erhaltung der eigenen Identität und Brandzeichen fortsetzen
wollen. (Franz Wego)