Lewitzer Zuchtprogramm – „Die Ursprungslisten werden zum 31.10.2010 geschlossen“

Die Rasse Lewitzer hat ihren Ursprung in Mecklenburg-Vorpommern. Ausgehend von regionalen Populationen gescheckter Kleinpferde im Großraum Teterow erfolgte ab 1971 eine Konzentration der Zucht im VE Gut „Lewitz“, Neustadt/Glewe. Die Grundlage bildeten Zuchtpferde mit Tobianoscheckung, die den Typen B2 oder B3 des Kleinpferdes der DDR entsprachen. Nachkommen dieser Pferde sind entsprechend den jeweils geltenden Zuchtbüchern, auch unter Hereinnahme des arabischen und englischen Vollblutes sowie ausgewählter Reitponyrassen, als Lewitzer bzw. Pinto-Typ Lewitzer registriert worden.

Die Zucht von Lewitzern in Deutschland wird in den der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) angeschlossenen Züchtervereinigungen in eigenständigen Teilpopulationen betrieben. Die deutschen Züchtervereinigungen halten im Sinne der Vorgaben der EU und des deutschen Tierzuchtrechts die vom Verband der Pferdezüchter Mecklenburg-Vorpommern e.V., Charles-Darwin-Ring 4, 18059 Rostock, aufgestellten Grundsätze ein. Der Verband der Pferdezüchter Mecklenburg-Vorpommern ist die Organisation, die im Sinne der Vorgaben der EU das Zuchtbuch über den Ursprung der Rasse Lewitzer führt. Die festgelegten Bestimmungen sind gemeinsame, verbindliche Anforderungen für die der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) angeschlossenen Züchtervereinigungen.

Der Verband der Pferdezüchter Mecklenburg-Vorpommern führt in Zusammenarbeit mit den mit der Zucht des Lewitzers befassten Züchtervereinigungen eine Liste der bisher an der Entwicklung der Rasse Lewitzer beteiligten Zuchtpferde (Ursprungsliste).

·         Teil I: die mit der Rassebezeichnung Lewitzer bzw. Pinto-Typ Lewitzer versehenen Zuchtpferde und im

·         Teil II: die an der Zucht des Lewitzers bzw. Pinto-Typ Lewitzer beteiligten Pferde anderer genealogischer Herkünfte.

Die im Teil I und II der Ursprungsliste aufgeführten Pferde können im Rahmen des Bestandsschutzes im Zuchtprogramm des Lewitzers weiter genutzt werden. Die Ursprungslisten werden zum 31.10.2010 geschlossen.

Das Zuchtbuch des Lewitzers ist mit Schließung des Vorbuches am 31.10.2005 geschlossen.

Das Zuchtziel wird angestrebt mit der Methode der Reinzucht, wobei eine Veredlung mit Pferden anderer Rassen, deren Einbeziehung zur Erreichung des Zuchtzieles förderlich ist, möglich ist. Lewitzer sind Anpaarungsprodukte von Lewitzern untereinander oder Nachkommen von eingetragenen Zuchttieren der zugelassenen Rassen, die an einen eingetragenen Lewitzer angepaart wurden, sofern diese Zuchttiere in das Zuchtbuch des Lewitzer eingetragen sind. Die für die Rasse des Lewitzers gekörten Veredler erhalten einen entsprechenden Vermerk in der Zuchtbescheinigung.

Folgende Rassen sind zugelassen:

·         Englisches Vollblut

·         Arabisches Vollblut

·         Deutsches Reitpony

Bis zum 31.10.2005 galt:

Bei der Hereinnahme von Veredlerrassen muss ein Elternteil Lewitzer sein und der andere Elternteil einer anderen, in der Anpaarungstabelle genannten Rassen angehören:

Deutsches Reitpony, Kleines Deutsches Reitpferd, Connemara, New Forest, Pinto mit Tobianoscheckung (WH ≤ 155 cm), Welsh Pony Sekt. B, Arabisches Vollblut, Englisches Vollblut oder Anglo Arabisches Vollblut.

 

Hengste oder Stuten

Lewitzer

DR

KlRpf

Connemara

NF

Pinto*

Welsh B

Araber

Engl. Vollblut

Ang. Araber

Lewitzer

x

x

x

x

x

x

x

x

x

x

* nur Tobianoscheckung und WH ≤ 155 cm

Ab dem 01.11.2005 gilt:

Zugelassen sind ausschließlich leistungsgeprüfte Hengste der Rassen Deutsches Reitpony, Arabisches Vollblut und Englisches Vollblut, die die Voraussetzungen für die Eintragung in das Hengstbuch I (bei Arabischem Vollblut und Englischem Vollblut mindestens Hengstbuch I für die Reitpferderassen oder das Deutsche Reitpony) erfüllen. Zugelassen sind alle Farben außer Schimmel, Overo- und Tigerschecken.

 

Veredlerhengste müssen die unter § 519 (d) ZBO aufgeführten Mindestleistungen nachweisen.

 

Hengste è

Stuten ¯

Lewitzer

Sektion A und B

Deutsches Reitpony*

Arabisches Vollblut*

Englisches  Vollblut*

Lewitzer

Sektion A und B

X

X

X

X

* nur mit abgeschlossener Eigenleistungsprüfung gemäß 519d (1.1)

Mindestens ein Elternteil muss phänotypisch Plattenschecke sein.

Da der Verband der Pferdezüchter Mecklenburg-Vorpommern derzeit – durch zum Teil Falschinterpretationen – vereinzelt Anfragen zu diesem Themenkreis erhält, sei an dieser Stelle auf die gemäß Zuchtprogramm Lewitzer korrekte inhaltliche Darstellung hingewiesen. Der im Rahmen der Ausführungen zur Zuchtmethode formulierte Satz:  „Die Ursprungslisten werden zum 31.10.2010 geschlossen.“ Sagt im Klartext mit dem vor- und nachstehenden Text lediglich aus, dass nur noch bis zum 31.10.2010 Pferde in die Ursprungsliste I und II nachträglich eingetragen werden dürfen, die die Bedingungen dafür bereits zum Stichtermin 31.10.2005 erfüllten, für die jedoch diese Eintragungsbeantragung durch die zuständigen Verbände bisher nicht erfolgt ist. Alle Lewitzer Züchter und deren betreuende Zuchtverbände sind aufgefordert, sich noch einmal mit dem Thema zu befassen. Die Pedigreevorprüfung erfolgt per Züchterantrag auf Aufnahme in die entsprechende Ursprungsliste grundsätzlich bei und über den jeweils für den Züchter zuständigen Zuchtverband zu den vorstehend beschriebenen Konditionen. Die Verbände reichen dann bis spätestens 31.10.2010 die von ihnen als positiv befundenen Anträge (mit Begründung) an den Verband der Pferdezüchter Mecklenburg-Vorpommern e.V. ein. Die eingegangenen Anträge werden dann von diesem in Zusammenarbeit mit seiner zuständigen Tierzuchtbehörde abschließend geprüft und nachträglich berechtigte Hengste und Stuten in die betreffende Urspungsliste aufgenommen. Es wird seitens des Verbandes aus den Erfahrungen der letzten beiden Jahre mit einigen wenigen diesbezüglichen Nachzüglern gerechnet. Daher ist auch die nunmehr endgültige Schließung der Ursprungslisten mehr als überfällig und angezeigt. Alle Lewitzer betreuenden FN-angeschlossenen Verbände hatten dies auf Anregung des Verbandes der Pferdezüchter Mecklenburg-Vorpommern e.V. in den Frühjahrssitzungen beraten und im Mai mit der Zuchtverbandsordnung der FN, Zuchtprogramm Lewitzer verbindlich für ihre jeweiligen Zuchtbuchordnungen beschlossen. Nach diesem Termin sind dann auch die zuvor beschriebenen „nachträglichen“ Ursprungslisteneintragungen nicht mehr möglich.

Die Lewitzer haben sich im Ergebnis der Zuchtbuchschließung 2005 und werden sich auch mit der neuen klarstellenden Regelung weiter marktgerecht als ein vielseitig einsetzbares, im Ponytyp stehendes, geschecktes, robustes und anspruchsloses Reit- und Fahrpony für den Freizeit- und Turniersport im Kinder- und Jugendbereich mit umgänglichen freundlichem Temperament entwickeln. Die beabsichtigte Beruhigung des Genpools wird sich über die immer deutlicher hervortretende genotypische und phänotypische Einheitlickeit absatzfördernd auswirken.

 

Uwe Witt



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