Landeselitestutenschau mit neuem
Gesicht
Der Wettbewerb um die
„Beste dreijährige Stute“ ihrer Rasse hat gemäß Ausschreibung ein neues
Gesicht bekommen. Wie bei den Mecklenburgern, Haflingern und Shetlandponys
wird nun bei allen Rassen die Absolvierung einer Leistungsprüfung in die
Ergebnisfindung eingehen. Die Schaupräsenz zur Stutbuchaufnahme und am Tag
der Landeselitestutenschau werden entsprechend dem langjährigen
erfolgreichen Procedere bei
Mecklenburgern, Haflingern und Shetlandponys zu je 30 % = 60 %, sowie die
Gesamtnote der Stutenleistungsprüfung zu 40 % in das Endergebnis eingehen.
Dabei wurde das durch das Landesamt für Landwirtschaft,
Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern-Dezernat
Tierzucht, wissenschaftlich nachweisbare gestiegene Leistungsniveau bei
allen Rassen berücksichtigt. Die Mindestzulassungsnote aus der
Stutbuchaufnahme liegt bei 7,5, die der Stutenleistungsprüfung
bei 7,0. Damit erhalten alle teilnehmenden Stuten die Verbandsprämie.
Erhöhte Anforderungen gibt es gemäß Richtlinie des
Landwirtschaftsministeriums MV für die Staatsprämierung. Potentielle
Staatsprämienstuten müssen die in der Ausschreibung im „Mecklenburger Pferd“
und im Verbandsinternet veröffentlichten Rasse- und Disziplin-spezifischen
Leistungsprüfungsendnoten von 7,3 bzw. 7,5 erreichen, um ggf. mit diesem
Titel ausgezeichnet zu werden. Spätreife Rassen gemäß ihrem Zuchtprogramm
und Ausschreibung erhalten diese Auszeichnungen vorbehaltlich im Nachgang
absolvierter Stutenleistungsprüfung.
Von der Pflicht zur
Stutenleistungsprüfung sind gemäß deren Zuchtprogramme in der Ausschreibung
die Rassen Dales Pony, Dülmener, Fell Pony, Konik sowie
Ponys aller Rassen unter 87 cm Widerristhöhe. Hier ergibt sich das
Gesamtschauergebnis, wie in diesen Fällen langjährig erfolgreich
praktiziert, aus 50 % Stutbuchaufnahme und 50 % Bewertung am Tag der
Landeselitestutenschau.
Künftig können ferner
auch Hengste und Stuten von Verbandsmitgliedern mit Wohnsitz außerhalb MV
staatsprämiert werden.
Diese neuen Regelungen
tragen zur weiteren Verbesserung der Zuchtbasis über die Populationsspitzen
bei. Sie wurden nach Beschlussfassung im Fachbeirat Pferde des
Landwirtschaftsministeriums MV am 16.12.2009 in den zuständigen
Verbandsgremien beraten und im Nachgang zur Vorstellung und Diskussion bei
den Züchtern in den Frühjahrsversammlungen der Pferdezuchtvereine und
Rasseinteressengemeinschaften der Pony-, Kleinpferde- und Spezialrassen
sowie auf der Delegiertenversammlung
vom Verband gemeinsam mit dem LALLF in der Ausschreibung in Kraft
gesetzt und veröffentlicht.
Die bisherige Resonanz
bei den Züchtern im Lande ist positiv. Unabhängig davon werden diese 2010
praktizierten Regularien im Herbst auf den Prüfstand gehen und dort, wo
sinnvoll und notwendig, Feinjustizierungen für das entsprechende Regelwerk
der nächsten Jahre vorgenommen. Entscheidend ist die Zielrichtung. Es muss
weiter vorwärts gehen, um sich am Markt zu behaupten. Und das geht
zusätzlich zur Hengstleistungsprüfung künftig nur noch über die Prüfung der
mütterlichen Seite der Zuchtpopulationen -
der Stutenleistungsprüfung.
Uwe Witt