Allgemeine Informationen

30.07.2012
AUSSCHREIBUNG: 7. FN-Bundeskaltblutschau vom
18. bis zum 20. Januar 2013 in Berlin

>> Ausschreibung <<

28.07.2011
Informationen zur Krankheit Equine Infektiöse Anämie (EIA)
>> Informationen <<

22.06.2011
Informationen der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft
1. Beitragserhöhung 14.06.11
2. Informationstext 22.06.11
3. Direkte Kosten Pferde
4. Deckungsverhältnis
5. Urteil

12.08.2010
FEI-Messtierärte für Ponys
>>Liste zugelassener Messtierärzte << (PDF, ca. 1MB)

09.05.2006
Ursprungszuchtbuchlisten Lewitzer I und II
Der Verband der Pferdezüchter M/V führt das Ursprungszuchtbuch der Rasse Lewitzer.

>>Ursprungszuchtbuchlisten Lewitzer I << (PDF, ca. 1MB)
>>Ursprungszuchtbuchlisten Lewitzer II<< (PDF, ca. 150kb)

Die Listen dürfen nur exklusiv auf den Internetseiten des Verbandes der Pferdezüchter
Mecklenburg-Vorpommern e.V. veröffentlicht werden.
In Abstimmung mit den zuständigen Behörden werden die Listen zu gegebener Zeit aktualisiert.


23.08.2011
Zuchtrichterliste - aktualisiert 23.08.2011
>>PDF-Liste<<

 

27.06.2011
Empfehlungen zur Durchführung von Impfungen beim Pferd

Der Erfolg einer Schutzimpfung hängt nicht nur von der Qualität und Aktualität (z.B. Influenza) des eingesetzten Impfstoffes ab, er wird maßgeblich beeinflusst von Faktoren wie:

  1. dem richtigen Zeitpunkt der Erstimpfung des Fohlens,
  2. den richtigen zeitlichen Abständen  zwischen den einzelnen Impfungen,
  3. der Einhaltung der optimalen/ genauen zeitlichen Abstände der kontinuierlich vorzunehmenden Wiederholungsimpfungen im Bestand,
  4. den Reise- und/oder Startterminen  (Turniere, Rennen) des Pferdes,
  5. dem Gesundheitszustand des Impflings,
  6. der Situation der trächtigen Stute.

 

Auf Basis internationaler Forschungsergebnisse gelten  zu diesen Punkten die im Folgenden gemachten Ausführungen.

Zu Punkt 1

Die Plazentationsverhältnisse der Stute erlauben keinen nennenswerten Transfer der mütterlichen Abwehrstoffe, z.B. Antikörper, zum sich im Uterus entwickelnden Fohlen. Dieses beginnt erst gegen Ende der Trächtigkeit mit der Entwicklung eigener immunreaktiver, vor allem Thymus- assoziierter Zellen und ist somit ab seiner Geburt auf die optimale Versorgung mit mütterlichen Antikörpern angewiesen. Zu diesem Zweck konzentriert  die Mutterstute kurz vor der Geburt ihre im Blutserum vorhandenen Antikörper im Kolostrum  und stellt sie dort maximal bis zu 24 Stunden nach der Geburt dem Fohlen zur Verfügung. Dieses muss, um optimal damit versorgt zu werden, etwa in seiner 4. Lebensstunde satt Kolostrum aufnehmen (etwa 3 bis 4 Liter) und im weiteren bis zur abgeschlossenen 16. Lebensstunde wiederholt. Danach schließt sich die Darmschranke des Fohlens für den Durchgang dieser Eiweißkörper (Antikörper) und aus dem Kolostrum wird ziemlich rasch antikörperarme Milch. Die mütterlichen Kolostralantikörper z.B. gegen Tetanus, Influenza, Herpesviren usw. resultieren zum einen aus den Schutzimpfungen, zum anderen aus natürlich durchgemachten Infektionen der Stute. Sie sollen dem wachsenden Fohlen  einen Immunschutz etwa bis zum Absetzalter (150 Tage) bieten, können aber darüber hinaus       (>6 Monate)  gegen bestimmte Antigene noch im Fohlen nachgewiesen werden. Innerhalb  dieses Zeitraumes erkennen sie durch Impfungen in das Fohlen gebrachte homologe Antigene (z. Tetanus, Influenza, Herpes) und können diese unwirksam machen. In diesem Fall interferieren sie auch mit der Induktion einer aktiv gebildeten Immunreaktion bei innerhalb dieses Zeitraumes geimpften Pferden. Bei Persistenz der Kolostralantikörper gegen differenzierte Antigene (z. B. Influenza Sero- und Subtypen) im Fohlen kann dieses nur gegenüber den von diesen homologen Antikörpern nicht neutralisierten Antigendosen eine Immunreaktion entwickeln. Die Konsequenz daraus ist, dass bei zu früh geimpften Fohlen speziell aus bekannt gut geimpften Mutterstuten der Impferfolg in diesem Alter ganz ausbleibt oder signifikant reduziert wird. Hierbei ist derzeit nicht definitiv bekannt, ob dieses Phänomen zur Höhe der persistierenden maternalen Antikörper im Fohlen korreliert oder nicht. Prinzipiell wird das Fohlen zwar mit einem reaktiven Immunsystem geboren, dessen Funktionalität wird aber von den genannten maternalen Antikörpern beeinflusst wie auch von seiner Reifung im wachsenden Fohlen.  Diese scheint im B-Zellsystem altersabhängiger zu sein als im T-Zellsystem.

Um diesem Dilemma zu entgehen, sollten Fohlen nicht vor ihrem abgeschlossenen 5. Lebensmonat erstmalig geimpft werden und danach in entsprechend verlängertem Abstand das 2. Mal, so dass die ersten beiden Impfungen der Grundimmunisierung im Bereich des 6. bis 8. Lebensmonats erfolgen  und abgeschlossen sind. Die Idee, Fohlen vor ihrer Erstimpfung auf das Vorhandensein maternaler Antikörper untersuchen zu lassen, um damit den „antikörperfreien“ Erstimpfzeitpunkt  zu ermitteln, ist von theoretischem Interesse. Für die Praxis sind solche Empfehlungen schon wegen des Kosten- Nutzen- Verhältnisses irrelevant. Durch das vorgestellte Impfregime werden solche Vorgaben ohnehin  überflüssig.

Zu Punkt 2

Der Antigenkontakt nach Impfung findet auf zellulärer Ebene an weißen Blutzellen statt, die sich auf Grund ihrer spezifischen Rezeptoren unterschiedlich gegenüber den Antigenen und damit auch Impfstoffen verhalten. Zum einen bilden diese Zellen die Antikörper, die im Blut zirkulieren und nur dort die entsprechenden Schutzfunktionen übernehmen können, zum anderen wirken sie auf zellulärer Ebene, z. B. direkt an infizierten Zellen.

Sowohl der Antigenerkennungsdienst als auch die Verarbeitung der immunologischen Information mit der Konsequenz der Bildung unterschiedlicher Antikörper oder Immunzellen und der Ausbildung  des lebensnotwendigen immunologischen Gedächtnisses ist gerade beim Fohlen nach Erstkontakt mit dem entsprechenden Antigen verzögert. Dieser sogenannte Sensibilisierungsprozess nach Antigenkontakt (z.B. infolge Impfung) mit den notwendigen genomischen Veränderungen an den Antikörper produzierenden B- Zellen nimmt  Zeit in Anspruch, die ihm auch gegeben werden muss. Eine in zu kurzem Abstand nach Impfung vorgenommene Zweitimpfung stört diesen Prozess. Darüber hinaus dauert es Wochen, bis     z. B. nach Antigenkontakt, auch infolge der Schutzimpfung, nachweisbare Antikörper aufgebaut werden, diese ihren Höhepunkt (Antikörpertiter) erreichen und danach, da sie Eiweißkörper sind, wieder abgebaut werden. Um höchst mögliche Antikörpertiter im Impfling zu erzeugen – was das Ziel einer entsprechenden Impfung sein muss – sollten immer in die abflauende Antikörperkurve hinein die zweite und die folgenden Wiederholungsimpfungen gegeben werden, da nur dadurch eine sog. maximale Sekundärreaktion, auch Booster genannt, mit der optimalen Bildung erneut hoher Antikörperspiegel erreicht werden kann. Je höher diese Titer sind, umso länger dauert ihre Schutzwirkung. Zu früh vorgenommene Zweitimpfungen können diesen Effekt stören, da sie nur zu wiederholten Primärreaktionen, nicht aber zum erwünschten Booster der Sekundärreaktion beitragen. Die Zweitimpfung sollte somit im Bereich 6 bis 8 Wochen, bei manchen Antigenen auch länger, nach der Erstimpfung erfolgen.

Zu Punkt 3

Die zeitlichen Abstände der Wiederholungsimpfungen, die nach ordnungsgemäß erfolgter Grundimmunisierung kontinuierlich eingehalten werden müssen, um den einmal erreichten Impfschutz aufrecht zu erhalten, orientieren sich an der unterschiedlich starken Immunogenität der jeweiligen Antigene in den Impfstoffen, in Verbindung mit dem durch eine korrekte Grundimmunisierung im Fohlen aufgebauten, antigenspezifischen immunologischen Gedächtnis.

Auf Basis der vor allem bei deutschen Pferden einsetzbaren Produkte sind für Impfstoffe gegen Influenza und Herpesviren hierfür als Intervall für die Auffrischungsimpfungen             6 Monate und für Tetanus 3 Jahre oder mehr anzusehen. Impfungen gegen Tollwut sind in Deutschland nicht mehr notwendig, da wir frei sind von terrestrischer Tollwut (Fuchstollwut). Sollte ein Pferd jedoch für längere Zeit in Gegenden gebracht werden, in denen nachgewiesenermaßen noch Tollwut existiert und sollte es dort z.B. längere Zeit unkontrollierten Weidegang haben, dann sollte es etwa 2 Wochen vor Reisebeginn auch gegen Tollwut geimpft werden. Hier genügt wegen der hohen Schutzwirkung des Impfstoffes eine einmalige Impfung, die den Impfling mindest über ein Jahr sicher schützt.

Aus diesen Fakten ergibt sich auf Basis der verfügbaren Impfstoffe folgende Impfempfehlung:

Impfung 1:

            ab  6.LM:    Tetanus, Influenza, EHV- inaktiviert. Zwischen den einzelnen Impfungen

                                sollte ein Abstand von 14 Tagen eingehalten werden. Vom Einsatz der

                                Kombinationsimpfstoffe Influenza/ Tetanus wird abgeraten

frühestens 6. LM:    EHV- lebend (entsprechend Herstellerangaben)

Impfung 2:               Generell nach 6 – 8 Wochen, außer EHV- lebend (Herstellerangaben)

Impfung 3:             Generell nach 6 Monaten und dann kontinuierlich (Influenza, EHV)
Wiederholung
-        Im gleichen Abstand
impfungen:          
Impfung 3
:               Nur Tetanus  nach  1 Jahr
Wiederholungs-      Mindestens in 3-jährigem Abstand
impfungen   

                

Die Art der Tetanusprophylaxe beim verletzten Pferd oder vor operativen Eingriffen hängt von seinem Immunstatus ab.

Im Verletzungsfall eines nicht gegen Tetanus ordnungsgemäß geimpften Pferdes empfiehlt sich die Simultanimpfung , d.h. die Verabfolgung von Tetanusimmunserum zeitgleich mit der aktiven Schutzimpfung. Da das verabfolgte Serum die Wirkung des Impfstoffes reduzieren kann, empfiehlt sich bei dieser Vorgehensweise die Verdoppelung der empfohlenen Impfdosis. Die alleinige Immunserumgabe  (i.d.R. 7.500 bis 15.000 i. E.) schützt maximal bis zu 3 Wochen – der Abbauzeit der passiv erhaltenen Antikörper, die von der initialen Serumdosis sowie dem Körpergewicht des Patienten beeinflusst ist. Nach Ablauf dieser Zeit muss die aktive Schutzimpfung erfolgen.

Die Simultanimpfung schützt sofort, die 7 bis 10 Tage danach vorzunehmende aktive

Impfung mit Tetanus- Absorbatimpfstoff hilft, den unangenehmen Spättetanus zu verhüten. Eine weitere Impfung im Abstand von 6 bis 12 Wochen danach verleiht einen bis zu 15 Jahren belastbaren Immunschutz.

Ein kontrollierbar vollständig grundimmunisiertes Pferd, noch dazu mit nachweisbaren Wiederholungsimpfungen, benötigt auch im Verletzungsfall oder präoperativ keine weiteren Präventivmaßnahmen.

Zu Punkt 4

Zur Festlegung des optimalen Impfzeitpunktes gehört eine exakte Terminierung, d. h. es müssen eventuelle Sportveranstaltungen und Reisen, Ortswechsel etc. unbedingt berücksichtigt werden. Vor allem längere Transporte bedeuten ebenso wie sportliche Anforderungen – Training, Turniere, Rennen – eine nachgewiesenermaßen belastende Stresssituation für das betroffene Pferd. Dieser Stress kann die Aktivierung und die Reaktivierung latent im Pferd vorhandener Infektionen auslösen  und das Pferd gegenüber Neuinfektionen empfänglicher machen, da infolge des Stresses seine Immunabwehr über eine bestimmte Zeit gestört ist. Aus diesem Grund sollten fällige Impfungen so gelegt werden, dass sie etwa 14 Tage vor einem derartigen Ereignis abgeschlossen sind. Dies ist der Zeitraum, den ein Pferd benötigt, um nach Impfung den nötigen Impfschutz aufzubauen. Im Übrigen gelten für die Influenzaimpfung der Sportpferde in Deutschland die Vorschriften der LPO 2010, denen zufolge ein Start national wie international ab Tag 8 nach der durchgeführten Wiederholungsimpfung erlaubt ist.

Reist ein Pferd in das Ausland, muss vorher bekannt sein, welche Infektionskrankheiten dort für es gefährlich werden könnten und welche Möglichkeiten bestehen, um es über rechtzeitige Impfung im Heimatland davor zu schützen. Als Beispiel sei das West Nile Fever (WNF) genannt, das auch in einigen europäischen Ländern - z.B. Osteuropa, Frankreich, Regionen Italiens – bei Pferd und Mensch nachgewiesen ist. Gegen diese, über Blut saugende Insekten übertragene Virusinfektion existiert ein auch in Deutschland zugelassener Impfstoff. Dieser sollte aber definitiv nur eingesetzt werden, wenn ein Pferd über längere Zeit in eine Gegend im Ausland gebracht wird, von der bekannt ist, dass im Aufenthaltszeitraum dort auch die Infektion heimisch ist. Pferde ohne diese Gefahr einer Exposition gegen WNF zu impfen, ist falsch. Der Grund ist, dass ein geimpftes Pferd über seine Impfantikörper nicht mehr von einem infizierten zu unterscheiden ist und daher zur Verwirrung bezüglich der Infektionskontrolle beitragen kann. Im übrigen ist es sinnlos, ein Pferd gegen WNF  in Ländern/Gebieten zu impfen, in denen diese Infektionskrankheit nicht vorhanden ist.

Zu Punkt 5

Nur ein gesundes Pferd im richtigen Impfalter kann eine Impfung mit dem erwarteten , auch von der Qualität des verwendeten Produktes abhängigen Immunschutz beantworten. Pferde, die z. B. Anzeichen einer Krankheit zeigen (Husten, Nüstern- Augenausfluss, dicke Kopflymphknoten usw.) müssen erst saniert werden, bevor sie geimpft werden können. Darüber hinaus ist nachgewiesen, dass Endoparasiten – verschiedene Wurmarten- die Immunreaktion negativ beeinflussen. Die Konsequenz daraus ist, Pferde entsprechend  einige Tage vor der zu erwartenden Impfung mit möglichst breit wirksamen Mitteln zu entwurmen. Besonderes Augenmerk sollte den alten Pferden geschenkt werden, da bei ihnen – ähnlich wie auch beim Menschen – die Immunabwehr  auch gealtert und damit reaktiv geschwächt ist. Diese Pferde sind besonders sorgfältig zu impfen. Dies einerseits zu ihrem eigenen Schutz und andererseits, weil sie wegen ihrer reduzierten Abwehr prädisponiert sind zu Trägern von Infektionserregern und durch deren Ausscheiden vermehrt zur Infektionsgefahr  für den übrigen Bestand werden zu können. Dies gilt auch für Pferde mit chronischen Krankheiten, wie z. B. chronisch obstruktive Bronchitis. Hier hört man gern:„Den brauchen wir nicht zu impfen“, mit der Begründung des Alters und/oder der chronischen Erkrankung . Dies ist auf Grund der beschriebenen Reaktionslage dieser Pferde falsch, sie müssen im Impfprogramm besonders berücksichtigt werden.

Zu Punkt 6

Wie eingangs beschrieben, gibt die trächtige Stute zum Zeitpunkt der Geburt ihre Antikörper zum passiven Schutz des Fohlens über ihr Kolostrum ab. Je höher der Antikörperspiegel im Blut der Stute, desto mehr Abwehrstoffe kann sie für ihr Fohlen bereitstellen. Sie gibt natürlich alle Antikörper in das Kolostrum ab, also auch die, die sie im Laufe der Jahre durch natürliche Infektion erworben hat. Etwa im Bereich des 8. Trächtigkeitsmonats vorgenommene Wiederholungsimpfungen können diesen Effekt positiv beeinflussen, indem sie zu einer Erhöhung der Menge an spezifischen Antikörpern in der geimpften Stute beitragen. Daraus sollte nicht abgeleitet werden, dass nun in jeder Trächtigkeit um den genannten Zeitpunkt Impfungen vorzunehmen wären.

Die Impfung gegen Tetanus bedingt – wie ausgeführt – einen Schutz durch die Persistenz der Impfantikörper über 8 bis 12  Jahre bei korrekt grundimmunisierten Pferden. Hier ist eine Sonderimpfung in der Trächtigkeit aus diesen Gründen nicht nötig.

Influenza: Gegen diese wichtige Virusinfektion sollen die Pferde in 6- monatigen Abständen Auffrischungsimpfungen erhalten. Diese kann man in der Trächtigkeit so terminieren, dass sie im letzten Drittel (8. bis 10. T.M.) erfolgen. Man kann Stuten, die z. B. im 4.T.M. die erforderliche Wiederholungsimpfung erhielten, im 10. T.M. dann noch einmal nachimpfen. Ab fälligen Auffrischungsimpfungen im 5. T.M. - die ja ohne weiteres auch im 6. T.M. gegeben werden können – sind keine zusätzlichen Impfungen mehr erforderlich. Ein bestimmter Influenzaimpfstoff auf Basis der ISCOM - Technik und dessen Kombination mit Tetanus darf laut Herstellerangaben ab dem 9. T.M. ohnehin nicht mehr verabfolgt werden.

Herpes:  Das zu Influenza Gesagte gilt in vollem Umfang auch für die Kombinationsimpfstoffe mit inaktivierten Herpesimpfstoffen (EHV1 und EHV4). Der einzig verfügbare Lebendimpfstoff, der nur gegen EHV1 gerichtet ist, darf laut Herstellerangaben nach dem 9.T.M. nicht mehr verabfolgt werden.

Aus diesen Fakten ist abzuleiten, dass in einer gut terminierten und an den Möglichkeiten der verfügbaren Impfstoffe orientierten Impfpraxis  Mutterstutenimpfungen im Zeitraum des                 8. bis 10 T.M nur dann erforderlich werden, wenn diese Stuten bis dato unkorrekt geimpft wurden oder über einen unklaren, resp. über einen nicht in einem ordentlich geführten  Equidenpass  dokumentierten Impfstatus verfügen. Anders lautende Empfehlungen sind sachlich nicht begründbar.

Ein zugelassener Herpesimpfstoff auf der Basis inaktivierter EHV1 und EHV4 propagiert „zum zusätzlichen Abortschutz“ Impfungen der trächtigen Stuten im 5., 7. und 9. T.M. Es kann wohl nicht erwartet werden, dass dieses Vorgehen einen zusätzlichen verlässlichen Schutz vor EHV1- Abort – der übrigens schon vor dem 9. TM. erfolgen kann – bedingt. Diese zusätzlich in 8- wöchigem Abstand vorgenommenen Sonderimpfungen können bestenfalls einen Antikörperanstieg in den so geimpften Stuten bewirken. Impfantikörper können allerdings einen sich anbahnenden Abort nicht mehr aufhalten, sie können bestenfalls den Saugfohlen dieser so geimpften Stuten zugute kommen und können damit deren Erstimpfzeitpunkt bis zum 8. Lebensmonat verzögern.

Literatur kann beim Verfasser angefordert werden.

Prof. Dr. Dr. habil. Peter Thein
Lindenstraße 2
85250 Altomünster

 

13.04.2004
Ausschluss von Reitpferdehengsten mit mangelhaften Röntgenbefunden  zu den Mecklenburger  Körtagen

Zu Leistungspferden – und als solche betrachten wir unsere Mecklenburger – gehört auch ein zweckentsprechender haltbarer Bewegungsapparat.
Bestandteil der Verkaufsuntersuchungen bei Reitpferden sind in aller Regel Röntgenaufnahmen. Sie gehen zu nicht unerheblichen Teilen über die Röntgenklassen und OCD-Befunde in die Preisbildung ein.
Den Marktforderungen wollen die FN-angeschlossenen Verbände in dieser Hinsicht entsprechen. Seitens einer fachspezifischen Arbeitsgruppe der FN – bei der unser Verband durch den Zuchtleiter mitwirkte – wurden nachstehende FN-Empfehlungen den Reitpferdezuchtverbänden zur Umsetzung an die Hand gegeben. 

Unser Vorstand hat am 07.04.05 die Übernahme der FN-Empfehlungen beschlossen.

Ziel ist es, nur noch Reitpferdehengste mit guten und sehr guten Röntgenbefunden zu o.g. Veranstaltung zuzulassen. Das sind Hengste mit den Röntgenklassen I, I-II, II sowie II-III. Hengste mit einer Röntgenklasse III und schlechter erfahren mangels stark reduzierter Vermarktbarkeit keine Zulassung. Grundlage der Befundung ist der jeweils aktuelle zum Zeitpunkt der Vorauswahl vorliegende Röntgenleitfaden incl. Interpretierungs- und Kommentarvorgaben. Auch wird künftig ein Hengst mit nachstehenden OCD-Befunden nicht mehr zur Körung zugelassen, wenn dieser

-         im Kniegelenk einen OCD-Befund   oder

-         im Sprunggelenk einen OCD-Befund   und

in mehr als einem weiteren Gelenk jeweils höchstens einen OCD-Befund (maximal 3 OCD-Befunde)

aufweist.
Die Gutachtenerstellung zu den Röntgenbefunden (Klassen; OCD) erfolgt durch eine vom Präsidium eingesetzte Gutachterkommission im Beisein des Zuchtleiters. Es werden nur Röntgenaufnahmen angenommen die zum Zeitpunkt der Mecklenburger Körung nicht älter als 3 Monate sind.
Ziel vorstehender Selektionsmaßnahmen ist es, in Verbindung mit den veterinär- und erbgesundheitlichen Empfehlungen der FN über einen hohen Gesundheitsstandard unserer Zuchtpferde die Vermarktbarkeit von diesen und deren Nachkommen zu steigern. Einbezogen hierin ist das möglichst zeitnahe zu den Mecklenburger Körtagen erstellende klinische Untersuchungsprotokoll.
Sämtliche erforderliche Unterlagen werden den Hengstbesitzern im Rahmen der Vorauswahl zu den Mecklenburger Körtagen in der jeweils aktuellen Fassung nur für vorgestellte Hengste herausgegeben und sind entsprechend Vorgabe abzuarbeiten.
Für Rückfragen zur derzeitigen aktuellen Stand, der sich zur Zeit noch an den Vorgaben (Röntgenleitlinien, Untersuchungsprotokoll) zu den Mecklenburger Körtagen 2004 orientiert, stehen die fachspezialisierten Tierärzte Dr. Ricker (Tel.: 0172-2729217), Dr. Makowei (Tel.: 0171-6494298), Dr. Neubauer (Tel.: 0171-7112081), Dr. Giersemehl (Tel.: 0171-7112080) gerne zu Auskünften bereit.  

Uwe Witt

14.05.2004
Sonderaktion – Erstellung von Grafiken in Turnierpferdepässen/ Freizeitpferdepässen

Auf besonderen Wunsch diverser Reitervereine in Mecklenburg-Vorpommern und Privatpersonen führt der verband der Pferdezüchter MV im Rahmen von Sammelterminen die 

Erstellung von Grafiken
in Turnierpferdepässen / Freizeitpferdepässen

durch.

Terminabstimmung
: Verband der Pferdezüchter MV, Herr Träder / Frau Fischer
(Speicherstr. 11, 18273 Güstrow, Tel.: 03843-724712, Fax: 03843-734747, Funk Hr. Träder: 0171-1480206, e-mail: verband.pferdez.mv@t-online.de).
Preis
: 5,-- € / Pferd

Uwe Witt

14.01.2004
Änderung der LPO – Turnierstarts von Turnierpferden und Turnierponys nur noch mit aktuell gültigem Pferdepass

Die ab 01.01.04 geltende Änderung der LPO der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) hat zur Folge, dass nur noch Turnierpferde und Turnierpferde und Turnierponys auf Pferdeleistungsprüfungen (Turnieren) starten dürfen – deren Pferdepass auf aktuellem Stand ist. Das betrifft sowohl die veterinärmäßige Seite als auch das Vorhandensein der verbalen Beschreibung von Farbe und Abzeichen und deren Übereinstimmung mit der grafischen Darstellung.

Darüber hinaus muss jedes Turnierpferd / -pony mit einer eindeutigen im Rahmen der PS / PLS (Turnier) ablesbare aktiven Kennzeichnung versehen sein. Das ist / kann der Nummerbrand (entweder separat oder in Kombination mit einem Zuchtbrand) oder ein implantierter Transponder sein.

Zuständig für die Kennzeichnung von Pferden und die Aktualisierung von deren Pferdepässen mit verbaler Beschreibung von Farbe und Abzeichen in Verbindung mit der grafischen Darstellung ist der Verband der Pferdezüchter MV, Speicherstr. 11, 18273 Güstrow, Tel.: 03843-72470, Fax: 03843-724747, e-mail: verband.pferdz.mv@t-online.de
Ansprechpartner für die Terminabstimmung:
Herr Träder (DW 03843-72 47 14, Funk: 0171-1480206

14.01.2004
LPO – Änderung – Messen von G-Ponys

Aufgrund einer Änderung der LPO der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) müssen Ponys mit einem Stockmaß ab 142 cm Widerristhöhe und größer bis zum Alter von 7 Jahren (FEI-Messung bis 8jährig) jährlich eine Nachmessung mit entsprechender Dokumentation im Pferdepass durchgeführt werden.

Für alle anderen Ponys reicht der Nachweis der Messbescheinigung bei der Eintragung als Turnierpony bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.

Zuständig für das Messen der Ponys in Mecklenburg-Vorpommern ist ausschließlich der Verband der Pferdezüchter MV, Speicherstr. 11, 18273 Güstrow, Tel.: 03843-72470, Fax: 03843-724747, e-mail: verband.pferdz.mv@t-online.de
Ansprechpartner für die Terminabstimmung:
Herr Träder (DW 03843-72 47 14, Funk: 0171-1480206

10.02.2003
Untersuchung auf Taylorella equigenitalis

1. Einleitung
Die Contagiöse Equine Metritis (CEM) ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit des Genitaltraktes der Pferde und Esel, hervorgerufen durch das Stäbchenbakterium Taylo-rella equigenitalis. Die Infektion erfolgt hauptsächlich durch den Deckakt, ist aber auch durch andere direkte Kontakte zwischen den Tieren sowie durch unbelebte Vektoren möglich. Die Ausscheidung der Bakterien erfolgt intermittierend. Die Diagnose fußt auf dem kulturellen Erregernachweis.

2. Tierseuchenrechtliche Regelung
- Tierseuchengesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. April 2001 (BGBl. 1 S. 506)
- Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. April 2001 (BGBl. 1 S. 540)

3. Probenmaterial
Folgendes Material ist für die bakteriologische Diagnostik zu verwenden:
- Genitaltupfer Stute - Fossa clitoridis (1 Tupfer)
- Medialsinus der Klitoris (1 Tupfer)
- Lateralsinus der Klitoris, beidseitig (1 Tupfer)
- zusätzlich Cervixtupfer bei Cervixkatarrh bzw. Verdacht
- Genitaltupfer Stute, klitorisektomiert - Klitorisgegend (1 Tupfer)
- Sinus urethralis (1 Tupfer)
- Cervix (1 Tupfer)
- Genitaltupfer Hengst - Präputium mit Penisschaft (1 Tupfer)
- Urethralsinus (1 Tupfer)
- Fossa glandis mit Diverticulum (1 Tupfer)
Genitalsekret - Vorsekret
- Sperma

4. Probennahme
- Probennahme mit sterilen, kommerziell erhältlichen Abstrichbestecken für die bakteriolo-gische Diagnostik, Tupfkörper etwa 4 mm stark, für Fossa Jupfer etwa 2 mm
- trockene Tupfer vor Probennahme mit sterilem Aqua dest befeuchten (keine physio-logische Kochsalzlösung verwenden!)
- Tupfer nach Probenahme sofort in Transportmedium nach Amies mit Aktivkohle stellen; Tupfkörper muß vollständig vom Medium bedeckt sein; je Tupfer ein Röhr-chen; nicht poolen; auf Verfallsdatum achten; Achtung: Andere Transportmedien sind nicht geeignet!
- Vorsekret in einem sterilen Gefäß auffangen und mit einem Tupfer aufsaugen, Tupfer wie oben beschrieben in Transportmedium nach Amies mit Aktivkohle stellen
- Sperma in ein steriles, auslaufsicheres Gefäß verbringen (mind. 5 ml)
- Kennzeichnung aller Probengefäße, so daß eindeutige Zuordnung und Identifikation gewährleistet ist (Tierkennzeichen und Entnahmeorgan/-lokalisation)

5. Vorberichtliche Angaben
Mindestangaben:
- vollständige Adresse des Besitzers
- einsendender Tierarzt / Probennehmer
- Tierart, Kennzeichen des Tieres, Geschlecht
- Probenart, Entnahmeorgan, -lokalisation, Probenanzahl
- Entnahmedatum und -zeit
- Untersuchungsgrund
- antibiotische Behandlung in den letzten 7 Tagen
- ggf. Angaben zu klinischen Symptomen und zu epidemiologisch wichtigen Daten

6. Transport
- Transportgut kühl (etwa +4°C, nicht einfrieren!) und dunkel lagern
- Proben vor Bruch und Auslaufen sichern
- schnellst möglicher Transport in die Untersuchungseinrichtung; Selbstüberbringer o-der per Kurier;
- günstigster Eingang der Proben in das Labor: Entnahmetag oder Folgetag der Ent-nahme. Die Proben müssen spätestens 48 h nach Entnahme bearbeitet sein! Ein-gang an Wochenenden oder Feiertagen nur nach vorheriger Absprache! Bei Posteinsendungen Kühlverpackung und Zeitlimit beachten!

7. Untersuchung
- Untersuchungen auf Taylorella equigenitalis werden in den Untersuchungsstellen Neubrandenburg und Rostock des Landesveterinär- und Lebensmitteluntersuchungs-amtes (LVL) durchgeführt.
- Im LVL erfolgt die Untersuchung in Anlehnung an den OIE-Standard (Manual of Stan-dards for Diagnostik Tests and Vaccines).
- Die Mindestdauer der Untersuchungen beträgt 7 Tage. Entsprechende Differenzierun-gen verlängern jeweils die Untersuchungszeit.
- Untersuchungen von mehr als 10 Tupfer- / Sekretproben sind dem LVL mindestens 4 Arbeitstage vorher zwecks Nährmedienbereitstellung anzukündigen

8. Befundung
- Die Ergebnismitteilung erfolgt schriftlich nach Abschluß der Untersuchung.
- Der einsendende Tierarzt kann bei Angabe der Nummer per Fax informiert werden.
- Bei Nichteinhaltung oben genannter Bedingungen, insbesondere beim Überschreiten des Zeitlimits zwischen Entnahme und Bearbeitung und bei fehlender Anwendung des kohlehaltigen Amies- Transportmediums erfolgt die Befundung unter Vorbehalt.

9. Hinweise bei Exportuntersuchungen
Bei Ausfuhruntersuchungen sind die Bestimmungen der importierenden Länder zu be-achten. Für Exporte nach Kanada und in die USA gelten die Angaben des "Minimum Standards for clinical sampling, sample submission, culturing and quality control for the isolation of Taylorella equigenitalis" des CFIA vom 14.09.2001. Folgendes ist zu beach-ten:
- Probensatz muß aus den bei Genitaltupfer Stute, Stute klitorisektomiert und Hengst aufgeführten Teilproben vollständig bestehen (s. Punkt 3)
- 3 Einsendungen mit je einem vollständigen Probensatz über einen Zeitraum von min-destens 10 Tagen erforderlich
- Exportuntersuchungen nur in dafür zugelassenen Laboratorien (LVL ist gelistet)
- Untersuchungsdauer mindestens 14 Tage
- Neben den genannten vorberichtlichen Angaben immer die Nummer des Equidenpas-ses mitteilen.
- Konsequente und nachweisbare Einhaltung der Probennahme- und Transportbedin-gungen notwendig, da bei Abweichungen Exportuntersuchungen abgelehnt werden.
- Werden amtliche Atteste zur Probennahme, Dokumentation und Kontrolle gewünscht, so sind diese über den zuständigen Amtstierarzt anzufordern.
Bearbeitet von Dr. med.vet. Matthias Seelmann

 

15.11.2002
Tierschutz „Dauerhafte Anbindehaltung von Pferden" (Ständerhaltung)

Die „Leitlinie zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter „Tierschutzgesichtspunkten“ vom 10. November 1995, die von der Sachverständigengruppe „Tierschutzgerechte Pferdehaltung“ beim Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft erarbeitet wurden, stellen die Bewertungsgrundlage für tierschutzgerechte Pferdehaltungen dar. Nach diesen Leitlinien erfüllt die dauerhafte Anbindehaltung von Pferden nicht die Kriterien einer artgerechten Pferdehaltung.

Darüber hinaus wurde in einer Studie der TU München – Wissenschaftszentrum Weihenstephan – wissenschaftlich nachgewiesen, dass die dauerhafte Anbindehaltung das Bewegungsbedürfnis der Pferde erheblich einschränkt und das arttypische Bedürfnis nach Sozialkontakt, nach selbständiger Körperpflege (Wälzen), nach Erkunden des Umfeldes und des Ruhens in Seitenlage weitgehend unterbindet. Damit wird die Grundforderung des § 2 Tierschutzgesetz nach verhaltensgerechter Unterbringung nicht erfüllt.

Besprechungen mit dem Verband der Pferdzüchter Mecklenburg-Vorpommern, mit dem Landesverband Reiten, Fahren und Voltigieren und mit dem Fachbeirat Pferdezucht und die Beantwortung einer Umfrage aus Ämtern sagen aus, dass gegenwärtig nur noch einzelne Ständerhaltungen für Pferde im Lande betrieben werden.

Ich bitte sie daher, die Pferdehalter, die Pferde noch dauerhaft in Ständern untergebracht halten, jeweils mit einer Verfügung auf der Grundlage von § 16a i.V. m § 2 Tierschutzgesetz aufzufordern, alle Pferde nach dem 31. 12. 2004 in Boxen gemäß den „Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten“ vom 10. 11. 95 unterzubringen.

Nach Ablauf der Übergangsfrist ist eine Anbindehaltung von Pferden nur zu tolerieren, wenn sie im Einzelfall vorübergehend erforderlich ist.

Im Auftrag

Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei
Mecklenburg-Vorpommern

Gez. Dr. Kley

 

25.07.2002
Pferdeinfluenza

- Impfpflicht bei Turnier– und Zuchtpferden - Die Influenza ist eine der ansteckendsten Viruserkrankungen der Pferde. Sie ist gekennzeichnet durch Rötung der Nasenschleimhäute, klaren Nasen- und Augenausfluss, hohes Fieber (bis 42°C) sowie einen charakteristischen trockenen, hohlen Husten. Der Erreger ist seit langer Zeit bekannt und es gibt wissenschaftlich gesicherte Nachweismethoden und ebenfalls elektronenmikroskopische Bilder des Virus. Eine ausführliche Darstellung aller Erkenntnisse zu dieser Erkrankung findet sich bei Lange, Werner: Virologie, Epidemiologie, Klinik, Therapie und Prophylaxe; Parey-Verlag, Berlin 2000.
Die Pferdeinfluenza tritt besonders bei Sportpferden bzw. in Reitvereinen auf. Das Zusammentreffen von Pferden aus unterschiedlichen Betrieben, der Stress durch Transport und erhöhte Leistung begünstigen die Ansteckung bzw. den Ausbruch der Erkrankung im Zusammenhang mit reitsportlichen Veranstaltungen. Junge Pferde, die vom Zuchtbetrieb in den Trainingsbetrieb wechseln, sind besonders gefährdet.
Es ist erwiesen, dass die Immunabwehr bei einem bislang ungeimpften Pferd zunächst durch die Grundimmunisierung stimuliert und durch die nachfolgenden Wiederholungsimpfungen auf wirksamem Niveau gehalten wird.
Die FN fordert deshalb die Grundimmunisierung mit 2 Impfungen im Abstand von mindestens 4 Wochen (28 Tage) und höchstens 8 Wochen (56 Tage) und einer dritten Impfung im Abstand von 6 Monaten (+/- 28 Tage).
Dann regelmäßige Wiederholungsimpfungen im Abstand von 6 Monaten (+/- 28 Tage).
Ein Turnierstart ist möglich, wenn die 2. Impfung mindestens 14 Tage her ist.
Diese Impfvorschrift ist im § 66.3.10 der LPO für alle Pferde in Deutschland, die an Pferdeleistungsschauen teilnehmen, verbindlich geregelt.
Es ist grundsätzlich zu empfehlen, die halbjährliche Impfung konsequent durchzusetzen. Diese Regelung entspricht auch internationalen Empfehlungen. In den USA wird für Fohlen und Jährlinge sogar die Wiederholungsimpfung alle 3 bis 4 Monate empfohlen.
Unter diesem Aspekt ist die Regelung, dass Turnierstarts auch möglich sind bei Wiederholungsimpfungen im Abstand von höchstens 9 Monaten, unverständlich und wissenschaftlich kaum begründbar.
Für einen guten Impfschutz ist ebenfalls von Bedeutung, dass der Impfstoff immer wieder dem aktuellen Wandel des Influenzavirus angepasst ist und alle Tiere eines Bestandes geimpft werden.
Es gibt bei keiner Impfung einen absoluten Schutz vor der Erkrankung. Bei dem schweren Ausbruch der Erkrankung in Hong Kong 1992 erkrankten 37% der dort befindlichen Pferde.

Dabei traten bei ungeimpften Pferden wesentlich stärkere gesundheitliche Schäden und damit wesentlich höhere wirtschaftliche Verluste auf.

Eine Nichtimpfstrategie gegen die Pferdeinfluenza ist strikt abzulehnen.

gez.
Dr. Kley/Dr. Ricker

09.04.05 - Informationsmaterial des Mecklenburger Pferdezuchtverbandes

info

Der Verband der Pferdezüchter M-V möchte Sie ausführlich mit Informationen rund um die Mecklenburger Pferdeszene versorgen.
Eine Broschüre informiert seit neuestem über die Zucht des Mecklenburger Pferdes und ihre Zuchtorganisation. Vorgestellt werden Pferde und Reiter aus M-V, private Gestüte und natürlich das Landgestüt Redefin.

Sie können das Informationsmaterial kostenlos anfordern und direkt mit der Verbandsgeschäftsstelle in Kontakt treten.

 


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