Winterkörung in Redefin mit zehn vorläufig gekörten Zuchtaspiranten

Redefin - Die erste Zuchtveranstaltung des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern war am 25. Januar die Winterkörung im Landgestüt Redefin. Elf drei- und vierjährige Reitpferdehengste (zwei davon vorläufig gekört), vier Deutsche Reitponys (ebenfalls zwei vorläufig gekört, sowie sieben Vertreter der Shetlandpony bzw. deren Miniausführung, von denen fünf ein vorläufig positives Urteil erhielten, wurden von der Körkommission bewertet. Zu einem weiteren Reitpferdehengst, der im Herbst nicht so fit war, um auf einem Körplatz vorgestellt zu werden, fuhr die Kommission anschließend nach Neu Benthen. Auch dieser Oldenburger Springhengst wurde gekört. Die vor Ort positiven Entscheide sind deshalb als vorläufig zu betrachten, weil die veterinärmedizinischen Untersuchungen noch ausstehen.

Die Kommissionen setzten hohe Maßstäbe an die Reitpferdehengste. In Redefin selbst wurden nur zwei der elf vorgestellten gekört. Ein dressurbetont gezogener Sohn des Equitaris und ein springbetont gezogener Sohn des KWPN Hengstes Zinedine, beide dreijährig. Der Equitaris-Sohn hat westfälische Zuchtpapiere und ist 167 cm groß. Gezogen wurde der schwarzbraune Hengst von Familie Borgmann aus Ostbevern aus einer Insterburg/T. x Florestan I-Mutter. Norbert und Stephan Borgmann sind seit einigen Jahren regelmäßig bei den Nachkörungen in Redefin dabei. Diesmal waren sie mit vier eigenen Hengsten vor Ort und präsentierten auch den Equitaris-Sohn für dessen Besitzerin Roswitha Beckmann aus Radbruch. Mit ganz viel Takt und Schub trat der typstarke Hengst in Redefin auf. Als Dressurhengst lieferte er zudem ein passables Springen ab, mit guter Technik und Übersicht, so dass er als doppelt veranlagt gilt.

Den springbetont gezogenen Hengst mit Papieren des Oldenburger Springpferdezuchtverbandes präsentierten die Gebrüder Möller aus Garlitz. Sie haben den Hengst von Zinedine aus der einst unter Jörg Möller bis Klasse S hocherfolgreichen Mecklenburger Staatsprämienstute Miss Germany (v. Cavalier x Kogani II) gezogen. Mit einem Stockmaß von 171 cm groß gewachsen, hätte man dem Fuchshengst vielleicht etwas mehr Hengstausdruck gewünscht, was mit zunehmendem Alter aber kommen wird. Was die Eigenleistung bei der Vorstellung in Redefin betrifft, so bringt der Hengst alles mit was man von einem Leistungshengst fordert. Ganz viel Springvermögen und drei Grundgangarten die so manchen dressurbetont gezogenen Hengstkollegen blass aussehen lässt. Der Springhengst in Neu Benthen war kein geringerer als der Vollbruder zu Chap I und II. Der dreijährige Chap III trat ganz im Look seines Bruders Chap II auf. Der Cellestial x Contender-Sohn trägt wie dieser die Schimmelfarbe, ist 164 cm groß und zeigte sich am Sprung in heimischer Halle vom Allerfeinsten. Die Supertechnik, die alle Cellestial-Nachkommen auszeichnet, ist genetisch fest verankert. Wie seine beiden leistungsstarken Vollbrüder gehört er auch in den Grundgangarten, vor allem im Galopp, zum Besten was Springpferde zu bieten haben.

Die beiden gekörten Deutschen Reitponys haben rundum hohe Qualität. Sandra Engelmann aus Weitenhagen präsentierte einen 144 cm großen isabellfarbenen Rassevertreter, der in der Bewegung und am Sprung gleichermaßen glänzte. Der bekannte Ponyzüchter Peter Böge aus Schönhorst bei Lübeck hat ihn mit Champ of Glory und der niederländischen Ponystute Mariska (v. Vita Nova‘s Golden Boy x Netron ox) gezogen. Sehr quirlig sein Auftritt und dennoch mit viel Übersicht und bester Technik am Sprung. Gepaart mit drei guten Grundgangarten, viel der Hengst auch durch seinen brillanten Typ auf. Im Typ vielleicht nicht ganz so brillant, dafür aber in den Leistungsmerkmalen große Klasse, präsentierte der ebenfalls 144 cm große Fuchs vom Welsh K Hengst Orchard Boginos. Jürgen Wittkop aus Echem hat ihn mit einer Decoration AA-Mutter gezogen und konnte sein Glück über das Körurteil kaum fassen. Ein sehr dynamischer Hengst, der viel von seinem Mutter-Vater Decoration AA geerbt hat, der früher unter Pia Kjellström auch in Mecklenburg als Sporthengst bekannt war.

Bei den Shettis war die Kommission etwas großzügiger. Wenngleich die notwenige Qualität der fünf vorläufig gekörten Hengste, drei davon in den Niederlanden gezogen, absolut vorhanden war. Zu den Besten gehörte sicher der von Gisbert Koch (Setzin) vorgestellte 105 cm große Rappe mit Namen Hedwiges van dem Bloemhof. Ein sehr kompakter dreijähriger Hengst niederländischen Geblüts. Vater ist Delicious van Stal Polderezicht, gezogen von M.C. Bloem in Bergharen (NL. Im Exterieur ließ der Hengst kaum Wünsche offen. Auch in der Bewegung wusste er sich gut in Szene zu setzten. Damit gehört ein weiterer niederländischer Vertreter zur Hengstarmada von Elisabeth & Gisbert Koch. Zwei weitere vorläufig gekörte Sehtlandpony Hengste sind in das Zucfhtbuch unter 87 cm eingetragen. 77 Zentimeter groß ist der palominofarbene Hidde v. d. Raven, der von Shandy v. Bromishet abstammt. Auch ein sehr typstarker Hengst dem die Herzen der Besucher gehörten. Manolito Weiß aus Hamburg, auch schon mehrfach mit Hengste in Mecklenburg-Vorpommern bei Körungen vertreten, stellte den Hengst im Miniformat aus, der in den Niederlanden von W. Adamy in Bennekom gezogen wurde. Ein weiterer ist mit 84 cm der dreijährige Hessel van de Steenentafel (v. Shandy v. Bromishet). Mit der seltenen Farbe eines Blue Dun ausgestattet, hat die Kommission lange überlegt, schließlich aber positiv entschieden. Das Dun Gen ist ein Gen, welches rote und schwarze Hautpigmente aufhellt und einen Aalstrich verleiht. Stefan Schumann aus Vellahn stellte den Hengst aus, der von Th.W. Hoogveldt-Derickx in Arnhem (NL) gezogen wurde. Kleinster Hengst des Tages war mit 76 cm Widerristhöhe ein dreijähriger Vertreter der Mini-Shetlandponys. Der Rappschecke von Upside van de Berg, den Sandra Hollatz in Heringsdorf gezogen hat wurde von Elisa Sauer aus Genzkow als Besitzerin ausgestellt. Hätte es einen Bewegungssieger gegeben, wäre diesem Hengst der Sieg sicher nicht zu nehmen gewesen. Ganz sicher im Auftreten und korrekt im Exterieur, wollte er gar nicht aufhören zu traben. 83 cm misst der Rappschecke Spirit vom Ellernbrook, den Axel Eilers aus Westerstede ausstellte und ebenfalls zu den Minis gehört. Der dunkelisabellfarbene Hengst stammt ab von Sindbad vom Ellernbook. Frauke Siebrecht aus Westerstede hat ihn aus einer Braywood Tuxedo-Mutter gezogen. Im Exterieur auch sehr korrekt, hätte man ihm vielleicht einen etwas ergiebigeren Schritt gewünscht. (Franz Wego)

[caption id="attachment_1264" align="alignnone" width="300"] v.-Equitaris-Insterburg-T[/caption]   [caption id="attachment_1265" align="alignleft" width="300"] v. Zenedine - Cavalier 2[/caption] [caption id="attachment_1257" align="alignnone" width="300"] DR-v.-Champ-of-Glory-Vita-Novas-Golden-Boy[/caption]   [caption id="attachment_1258" align="alignnone" width="300"] v. Orchard-Boginov-Decoration-AA[/caption]   [caption id="attachment_1259" align="alignnone" width="300"] Shet-Hedwiges-v.d.-Bloemhof-v.-Delicious[/caption]   [caption id="attachment_1260" align="alignnone" width="300"] ShetMin-Hessel-v.d.-Steenentafel-v. Shandy v. Bromishet[/caption]   [caption id="attachment_1261" align="alignnone" width="300"] ShetMin-Hidde-v.d. Raven - v. Shandy v. Bromishet[/caption]   [caption id="attachment_1262" align="alignnone" width="300"] ShetMin-Spirit-vom-Ellernbrook-v.-Sindbad-vom-Ellernbrook[/caption] [caption id="attachment_1263" align="alignnone" width="300"] ShetMin-v.-Upside-van-de-Berg[/caption]   Fotos: Jutta Wego