• Dr. Bodo Wachholz wird 90

    Er war und ist immer noch ein aufmerksamer Zuhörer, ein schöpferischer Denker und ein wahrheitsliebender, aufrichtiger Mensch: Dr. Bodo Wachholz aus Klein Schwaß bei Rostock feiert am 27. Februar seinen 90. Geburtstag. Man mag es kaum glauben, denn dieses segensreiche Alter sieht man ihm keineswegs an. Vor allem sein Geist ist nach wie vor sehr scharf und weitsichtig. Wenn ihm auch sein Körper und seine Augen Grenzen aufzeigen. Dass er noch so fit ist, daran hat Ehefrau Nadja wesentlichen Anteil, die ihm in allen Stürmen des Lebens zur Seite stand und mit der er einen Sohn und zwei Töchter großgezogen hat.

    Auf dem elterlichen Hof in Ostpreußen aufgewachsen, wo er als kleiner Junge die Kühe hüten musste, war seine Kinder- und Jugendzeit erfüllt von tiefer Liebe zur Natur und besonders zu Pferden. „Zwischen ein bis drei Fohlen hatten wir in jedem Jahr. Sie waren meine Lieblingstiere und mir sehr vertraut. Da war es selbstverständlich, daß ich die heranwachsenden Remonten anritt“, so seine Erinnerung an den Anfang mit Pferden.

    Frühes Studium, Reichsarbeitsdienst und Militärzeit, sowie der schmerzliche Verlust der Heimat – danach die Berufsentwicklung in Bildungseinrichtungen der Ostzone und der DDR – ließen nur gelegentlichen Umgang mit Pferden bei seinen Siedlereltern zu. An Fach- und Hochschulen in Stralsund und Rostock war sein Wissen als Hochschullehrer gefragt. Viele Jahre war Dr. Wachholz Sekretär beim wissenschaftlichen Rat des Senats der Universität Rostock. Er lehrte als Dozent für Sozialpsychologie und war Mitglied des Rates für akademische Grade beim Minister für Hoch- und Fachschulwesen.

    Zu den Pferden kam er nach 1990 wieder durch die Vorsitzende des Pferdezuchtvereins Satow/Reinshagen, Raina Basler, mit der er bis zur Stunde enge Kontakte pflegt. Vier Shetlandponys hatte Dr. Wachholz auf seinem Anwesen in Klein Schwaß, als er 1990 Gründungs- und Vorstandsmitglied des Pferdezuchtvereins Satow/Reinshagen wurde. Hier wirkte er, anerkannt und geachtet, ununterbrochen bis 2005 als stellvertretender Vereinsvorsitzender.

    Aus genetischer Sicht und hohem Verantwortungsbewusstsein, setzte er sich mit großem Engagement für die Profilierung der Pferdezucht, vor allem des Mecklenburger Warmbluts, in Mecklenburg-Vorpommern ein. Er war bei Verbandsgründung wesentlich an der Strukturierung der Verbandsleitung beteiligt und federführend bei der Ausarbeitung der Verbandsdokumente wie Satzung, Zuchtprogramm, Zuchtbuchordnung und Schauordnungen.

    Bekenntnisoffen und auch mit großem persönlichem Mut, gelang es ihm durch sein Auftreten in der Delegiertenversammlung 1998 dem Zuchtfortschritt eine entscheidende Wende zu geben. In der Folge wurde das Mecklenburger Zuchtbuch, was die Definition der Rasse Mecklenburger betrifft, weit geöffnet. Sein uneigennütziger Einsatz für die Verbesserung der Pferdezucht in Mecklenburg-Vorpommern ehrt ihn ganz besonders. Mögen dem Jubilar noch viele schöne Jahre, bei erträglicher Gesundheit im Kreis seiner Familie und Freunde gegeben sein. (Franz Wego)

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    Bodo Wachholz hat die Geschicke des Verbandes und der Pferdezucht in Mecklenburg-Vorpommern wesentlich mitgeprägt. Am 27. Februar feiert er seinen 90. Geburtstag. Foto: Jutta Wego