26. Mecklenburger Körtage im Landgestüt Redefin

Dressursieger von Diamond Hit und Springsieger von Cellestial in Mecklenburg gezogen (Redefin) Die 26. Körtage in Mecklenburg-Vorpommern standen unter einem guten Stern. Nicht nur was die äußeren Bedingen hinsichtlich der Möglichkeiten die die Anlagen des Landgestüts bieten und das gute Wetter betreffen. Das Körlot bei den Reitpferdehengsten hatte eine noch nie dagewesene Qualität. „Ich bin begeistert über die Hengste die Züchter hier in Redefin vorgestellt haben. Ich meine, die Qualität übertrifft das Vorjahr noch, als wir auch schon sehr zufrieden sein konnten. Ein Beweis dafür, dass der Körplatz Redefin, trotz harter Selektion in der Vorauswahl, von den Hengstaufzüchtern gut angenommen wird und inzwischen zu den gefragtesten Adressen in Deutschland gehört“, sagt Zuchtverbandspräsident Jörg Hasselmann, der umso erfreuter darüber ist, dass der Dressur- und Springsieger in Mecklenburg-Vorpommern gezüchtet wurde. Nur ganz wenige der insgesamt 69 zur Bewertung vorgestellten Hengste (im Vorjahr waren es 63) wiesen leichte Mängel auf. Sowohl die 33 dressurbetont gezogenen Hengste als auch die 36 Youngster die dem Springlager zuzuordnen waren, begeisterten Besucher und Kommission gleichermaßen. Dementsprechend hoch war die Anzahl der Pferde, die die 1. Stufe zur Anerkennung als Zuchthengst erreichten. 21 dressurbetont gezogene Hengste und 17 mit überwiegend springbetonten Genen wurden gekört. Somit erhielten 63,6 Prozent der bewerteten Dressurhengste und 47,2 Prozent der Springhengste ein positives Körurteil. Über alle 69 anwesenden Hengste machen die 38 gekörten (Vorjahr 37) 55,1 Prozent aus. 11-12-redefin-07-v-diamont-hit-ehrenrundeZum Sieger unter den vier prämierten Dressurhengsten machte die Körkommission, in der erstmals auch Thomes Kleis aus Gadebusch vertreten war (Sieger des Hamburger Springderbys 2009), den mit Papieren des Verbandes der Pferdezüchter Mecklenburg-Vorpommern ausgestatteten Diamont Hit-Sohn aus der Zucht und dem Besitz von Jeacco & Susanne van Pas. Die Züchter aus Warlitz, ganz in der Nähe von Redefin, haben den schwarzbraunen Hengst mit ihrer niederländischen Stute Boomerang D von Johnson x Ferro gezogen, die schon den im Vorjahr gekörten Surprice-Sohn Sandokan brachte. Die Begeisterung bei der Prämierung kannte keine Grenzen, als der quirlige Hengst auf den Ehrenrunden nochmal seine ganze Bewegungsdynamik und seinen unwiderstehlichen Charme präsentierte. Obwohl noch stark im Wachstum befindlich, gab es wohl niemand in der Halle, der den Sieg anzweifelte. Der Hengst wurde noch während der Körung an einen Hengsthalter in den Niederlanden verkauft. Der 1. Reservesieger kommt aus dem Hause der „Hengstschmiede“ Heinrich Ramsbrock (Menslage), einer der größten Hengstaufzüchter Europas. Vater des braunen Hengstes ist der Niederländer Ampere, Mutter die Staatsprämienstute Perdella v. Lord Sinclaire x Alabaster. Mit ausgezeichnetem Schritt und Galopp ausgestattet, sprang der Hengst auch gut. Der 2. Reservesieger bezieht eine Box im Landgestüt Redefin. Paul Schockemöhle hat den Zornik- Sohn an das Gestüt verpachtet. Vater Zornik ist ein dänischer Hengst, mit dem Schockemöhle, der besonders stark mit Hengsten vertreten war, seine Diamond Hit x Sandro Song-Stute Diamon’s Girl angepaart hat. Ein sehr moderner jugendlicher Hengst mit drei Top Grundgangarten, von denen der Trab und Galopp besonders hervorstechen. Sicher ein Gewinn für das Landgestüt Redefin. 11-12-redefin-37-v-cellestial-sprungDer Springsieger von Cellestial kommt aus dem Hause von Heinz & Heiko Schmidt (Neu Benthen). Sie haben den braunen Hengst aus der Holsteiner Stute Nina II von Quantum x Caletto I gezogen. Der rahmige Hengst, der bei allen drei Auftritten viel Ruhe und Gelassenheit ausstrahlte, ist ein wahrer Könner am Sprung. Mit der typischen Cellestial-Springtechnik ausgestattet, scheint er auch ein schier grenzenloses Springvermögen zu haben - ein würdiger Sieger. Benjamin Wulschner, der während der Körung im spanischen Oliva auf Schleifenjagd war und den Hengst im Vorfeld der Körung am Sprung sah, urteilte: „Ich sage voraus, dass das der Springsieger wird“. Sein fachliches Auge sollte Recht behalten. Mutter Nina II war selbst ein erfolgreiches S-Springpferd. Die Zahl der gekörten Söhne von Cellestial, Stempelhengst der Station Schmidt, ist inklusive eines bereits dreineinhalbjährigen aus der Zucht von Christian Beggerow (Güstrow), der seit dem Fohlenalter im Landgestüt Redefin aufgezogen wurde und bereits eine tolle Hengstprüfung absolvierte (Endnote 8,45), auf 24 gestiegen.

Zum Reserve-Springsieger kürte die Kommission einen dunkelbraunen Sohn des Comme il faut, aktuelle Nummer 1 derzeit in Westfalen und Top-Springhengst unter Marcus Ehning (Borken), der mit dem Cornet Obolensky-Sohn Große Preise in Serie gewinnt. Dazu gehört das Championat am Körwochenende in München, das er auch beim diesjährigen CSI3* in Groß Viegeln gewann. Aussteller ist Heinrich Ramsbrock, der somit ebenfalls zu zwei Reservesiegern bei der diesjährigen Körung in Redefin kam. Gezogen wurde der Hengst von Wilhelm Koch im rheinischen Eschweiler. Die Mutter Nastasia V war selbst ein erfolgreiches Springpferd, deren Mutter Joyce I (von Caretino) unter Jörg Kreuzmann und später unter Laura Kraus (USA) international erfolgreich war.

Die Körtage be 11-10-redefin-koerung-pks-04-v-king-bjuti-ehrenrundegannen mit der Ponykörung. Neun Hengste konnten gekört werden. Darunter fünf Deutsche Reitponys, zwei Shetlandponys (inklusive ein es Mini-Shetlandponys) und je ein Welsh B, sowie ein Hengst der Rasse Kleines deutsches Pony. (Franz Wego)

Bildtexte Siegerhengst Dressur - von Diamond Hit (Züchter und Aussteller Jeacco & Susanne van Pas, Warlitz). Foto: Jutta Wego Siegerhengst Springen - von Cellestial (Züchter und Aussteller Heinz & Heiko Schmidt GbR, Neu Benthen). Foto: Jutta Wego Siegerhengst Deutsche Reitponys – von King Bjuti (Züchter Klaus-Dieter Drogi, Brömsenberg, Aussteller Andree Bleck, Malpendorf. Foto: Jutta Wego